Plastik bietet vielseitige Anwendungsbereiche für die Industrie. Es gibt kaum einen anderen Stoff, der so zahlreiche praktische Eigenschaften mit sich bringt. Jedoch stellt Plastik ein großes Problem für Umwelt und Gesundheit dar. BPA kommt oft in Plastik vor und ist einer der meisthergestellten Chemikalien der Welt. Welche Gefahren BPA mit sich bringt und auf welche Alternativen du zurückgreifen kannst, werden wir dir in diesem Ratgeber zeigen.

Was ist BPA eigentlich und wo steckt es überall drin?

Bisphenol A oder auch BPA genannt, ist eine hormonell wirksame Chemikalie. Jedes Jahr kommen Millionen Tonnen des Stoffes für die Plastikherstellung zum Einsatz. BPA kommt nicht natürlich vor, sondern wird chemisch hergestellt.

Das Material ist in dem Kunststoff Polycarbonat sowie in Epoxidharzen wie Lacke oder Kleber enthalten. BPA ist aufgrund von Eigenschaften wie Temperaturbeständigkeit, Bruchfestigkeit und Widerstandsfähigkeit gar nicht mehr aus der Kunststoffherstellung wegzudenken.

Aus Polycarbonat, dem Hauptträger von BPA, werden Produkte wie Trinkflaschen, Babyflaschen, Teller, Behälter, Küchengeräte, usw. hergestellt. Somit ist Bisphenol A in zahlreichen Alltagsgegenständen enthalten. Das ungesunde daran ist, dass der Stoff aus den Kunststoffartikeln freigesetzt wird und von deinem Körper aufgenommen wird.

BPA wurde in der Luft, in Staub, im Meer, in Trinkwasser und in Obst nachgewiesen. Der Stoff ist also fast überall in unserer Lebenswelt vorhanden.

Die Chemikalie ist sogar in menschlichen Blut, im Urin und bei Frauen im Gebärmuttergewebe vorhanden.

Plastikbecher

Der Stoff BPA ist nicht nur in verschiedenen Kunststoffen, sondern sogar in Trinkwasser enthalten. (Foto: coyot / pixabay.com)

Welche Auswirkungen hat BPA auf Gesundheit und Umwelt?

Da Bisphenol A hormonell wirksam ist, kann der Stoff das Hormonsystem von jedem Lebewesen aus dem Gleichgewicht bringen. Zudem wirkt es krebserregend auf deine Zellen und kann negative Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit haben.

Der gesundheitsgefährdende Stoff ist vor allem dann schädlich für den Menschen, wenn er in Zusammenhang mit Lebensmitteln vorkommt. Wenn die Lebensmittelverpackung BPA enthält, überträgt sich das auf den Inhalt und beim Verzehr nimmst du ihn direkt in deinen Körper auf.

Bei der Aufnahme von BPA deines Kindes durch Schnuller oder Flasche, kann es negative Einflüsse auf die Gesundheit deines Kindes haben. Das Risiko von Herzkreislauferkrankungen, Diabetes und Lebererkrankungen erhöht sich.

Welche Alternativen zu BPA reichen Stoffen und Plastik gibt es?

Wenn du auf den schädlichen Soff Bisphenol A verzichten möchtest, ergeben sich für dich einige Möglichkeiten. Es gibt einige Plastikartikel, die den Stoff BPA nicht enthalten und demnach auch gekennzeichnet sind.

Jedoch solltest du nicht davon absehen, dass Plastik noch weitere schädliche Bestandteile enthält. Diese sind weniger gut erforscht wie der Stoff Bisphenol A und die Gefahren sind unzureichend bekannt. Zudem greift die Industrie als Ersatz auf andere schädliche Chemikalien zurück.

„BPA-frei“ heißt nicht gleich schadstofffrei.

Darum solltest du besonders darauf achten, auf jegliche Plastikartikel zu verzichten und somit der Umwelt sowie deiner Gesundheit etwas Gutes zu tun. Bei folgenden Produkten kannst du dem ungesunden Plastik problemlos aus dem Weg gehen:

Einkaufstüten

Ob Papier oder Textil – Einkaufstüten gibt es mittlerweile in zahlreichen Variationen. Am besten für die Umwelt und auch für deine Geldtasche bietet sich die Verwendung von Mehrwegtüten wie etwa Jutebeutel.

Papiertüte

Eine umweltfreundliche Alternative für die Plastiktüte ist eine Tüte aus Papier oder Stoff. (Foto: Free-Photos / pixabay.com)

Trinkflaschen

Um auf die schädlichen Kunststoffflaschen zu verzichten, kannst du auf Flaschen aus Glas, Edelstahl oder auch Bambus zurückgreifen. Nicht zu verwechseln ist Edelstahl mit Aluminium, da dieses Material auch wie Plastik sehr umwelt- und gesundheitsschädigend ist. Glas ist zwar etwas schwerer und bruchgefährdeter, dafür enthält es keinerlei schädliche Stoffe und lässt sicher gut reinigen.

Küchengeräte

Mixer, Smoothie-Maker und Co. gibt es auch in Edelstahl oder Glas. Dabei musst du eventuell etwas tiefer in die Tasche greifen, schützt jedoch Körper und Umwelt. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit, dass der schädliche Stoff in die Lebensmittel übergeht gering, wenn sie nur eine kurze Zeit im Küchengerät verweilen und keine Temperaturunterschiede herrschen.

Behälter und Jausenboxen

Jegliche Küchen-, Bad,- oder Dekobehälter kannst du in verschiedenen umweltfreundlichen Materialien wie Holz, Glas, Edelstahl, Porzellan oder Textil erwerben. Außerdem gibt es praktische Thermobehälter aus Edelstahl, wo du heiße sowie kalte Leckereien super aufbewahren kannst. Statt Plastiktüte oder Alufolie kannst du Papier zu Einpacken deiner Jause verwenden.

Lebensmittelverpackungen

Besonders bei Lebensmitteln sollst du auf natürliche Verpackung achten. Dabei eignet sich der direkte Kauf von frischen und verpackungslosen Produkten. Aber auch hier variieren die Verpackungen von Textil über Papier. Zum Beispiel kannst du Tee oder Trockenfrüchte in einem Glas aufbewahren statt in Teebeutel.

Gemüse

Am besten verzichtest du ganz auf Verpackung aus Plastik und kaufst die Lebensmittel direkt frisch vom Anbieter. Egal ob Jutebeutel oder Holzkorb – eine gute Alternative zu dem schädlichen Plastik. (Foto: congerdesign / pixabay.com)

Auf Plastik ganz zu verzichten ist wie du siehst, nicht so schwer, wie du vielleicht denkst.

Fazit

BPA stellt einen sehr gesundheitsgefährdeten und umweltschädlichen Stoff dar. Er ist überall in unserem Alltag zu finden und ist aus der Industrie nicht mehr wegzudenken. 1,15 Millionen Tonnen Bisphenol A werden im Jahr allein in Europe verbraucht. Jährlich steigt die Herstellung um etwa acht Prozent.

Dem kannst du nur entgegenwirken, indem du darauf achtest, BPA-freies Plastik zu kaufen. Doch Plastik enthält noch weitere zahlreiche Chemikalien, die nicht so gut erforscht sind wie BPA. Um andere schädliche Stoffe im Plastik zu umgehen, solltest du versuchen, ganz auf Kunststoff zu verzichten.

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links


[1] https://www.global2000.at/bisphenol-bpa


[2] https://www.smoothie-mixer.de/bpa-frei

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