Tee kann auf eine 5000 Jahre alte Geschichte zurückblicken und gilt heute als eines der beliebtesten Getränke und Genussmittel der Welt. Es kann heilen, wenn man krank ist und es kann aufmuntern, wenn man traurig ist. So ist dieses Getränk nicht nur für kalte Winterabende geeignet, sondern auch für die kleine Pause für Zwischendurch.

Unser Experte Benjamin Schwolow von Tea-Club.de wird dich im Folgenden an seinem langjährigen Wissen teilhaben lassen und dir wichtige Fragen zum Tee und zur Teezubereitung beantworten.

Was macht einen Tee besonders?

Tee ist ein wundervolles Getränk mit einer Vielzahl an Geschmacksnuancen. Dabei gibt es sehr große Qualitätsunterschiede beim Tee. Guter Tee wird in der Regel lose verkauft, also nicht im herkömmlichen Teebeutel, aber hier ist Tee auch nicht gleich Tee. Für den aromatisierten Tee wird eher eine mindere Qualität mit einem wenig überzeugenden Eigengeschmack als Basis verwendet und mit Aromen aromatisiert.

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Bei den Aromen und den Aromaölen handelt es sich in der Regel um naturidentische Aromen, die aber mit industriellen Verfahren hergestellt werden z.B. auf chemischem Weg oder mit Hilfe von Schimmelpilzen.

Guter Tee braucht nicht aromatisiert zu werden und überzeugt durch einen ausdrucksvollen Eigengeschmack mit vielen möglichen Aromen, die aus der Teepfanze Camellia Sinensis stammen und sich bei der Verarbeitung ausprägen.

Was hat die Verarbeitung einer Teepflanze mit dem Geschmack zu tun?

Grüner Tee, Weißer Tee, Oolong und Schwarzer Tee stammen von derselben Pflanze, aber werden anders verarbeitet. Ein Grüner Tee wird nach der Ernte schnellst möglichst erhitzt, damit die in der Pflanzenzelle enthaltenen Enzyme inaktiviert werden und der Tee seinen Grüntee Charakter behält.

Tee

Guten Tee erkennt man daran, dass er in der Regel lose ist und einen sehr guten Eigengeschmack besitzt. (Foto: pixabay.com / comgerdesign)

Wird der Tee hingegen nicht sofort nach der Ernte erhitzt, sondern gereift, dann findet in den Blättern der Teepflanze eine oxidative und enzymatische Fermentation statt, d.h. aktive Zellinhaltsstoffe reagieren miteinander und der Tee wird zum Schwarztee. Diese Reaktion kann zu unterschiedlichen Zeitpunkten durch Erhitzung gestoppt werden und man erhält einen Tee, der zwischen Grüntee und Schwarztee liegt, den Oolong.

Bei einem weißen Tee werden die Teeblätter nur sehr kurz fermentiert. Da sich die einzelnen Verarbeitungsschritte von Teebauer zu Teebauer unterscheiden und es auch unterschiedliche Subtypen der Teepflanze gibt (Varietäten genannt), ergibt sich daraus ein nahezu unfassbar großes Repertoire an Geschmäckern. Daher sollte guter Tee mehr Beachtung bekommen und genossen werden, wie ein guter Wein.

Die Japaner bedämpfen z.B. ihren Grüntee und je nach Temperatur und Dauer entsteht dadurch ein anderer Geschmack. Übrigens wird ein gedämpfter Grüner Tee “Sencha” genannt. Dieser unterscheidet sich geschmacklich zu einer trockenen Erhitzung, welche oftmals bei chinesischen Tees zum Einsatz kommt.

Aber welchen Sencha soll man denn nun kaufen? Es empfiehlt sich hier auf die Japanische Variante zu setzen, weil sie geschmacklich einfach wesentlich besser ist. Weiterhin kostet ein Mittelklasse Sencha etwa 10-15€ / 100g und ein gehobener Sencha 15-30€ / 100g.

Das hört sich für manche viel an, aber da man den Tee öfters aufgießen kann, kann man aus 100g Grüntee etwa 30-60 Liter Tee gewinnen – je nach Intensität des Tees und Anzahl der Aufgüsse. Damit ist ein guter Grüner Tee immer noch günstiger als Marken-Cola, wenn man den Preis auf den Liter umrechnet.

Roher Tee

Die am meisten verwendeten Teesorten werden aus der gleichen Pflanze gemacht. Je nach Verarbeitung entstehen andere Geschmacksrichtungen und somit auch andere Teesorten. (Foto: highnesser / pixabay.com)

Was macht den beschatteten japanischen Grüntee so besonders?

Ein Japanischer Sencha kann auch aus Teepflanzen hergestellt werden, die beschattet wurden. Durch die Beschattung der Teepflanzen erhält der Tee eine Qualitätsverbesserung und es wird etwas mehr Koffein gebildet. Der beschattete grüne Tee aus Japan wird Kabuse Sencha oder Kabusecha genannt und beeindruckt mit einem intensiveren Geschmack, der Umami genannt wird.

Umami wird von den Japanern als die 5. Geschmacksrichtung bezeichnet. Werden die Teepflanzen 3 Wochen beschattet, wird der daraus gewonnene Tee “Gyokuro” genannt. Bei dieser Art von Tee handelt es sich um ein Produkt, das mit großer Sorgfalt und sehr fundiertem Know-How hergestellt wird.

Wenn ein Tee eine hohe Qualität besitzt, müssen alle Arbeiter, die damit zu tun haben, besser geschult werden und sorgsamer arbeiten. Das führt i.d.R. auch zu einem besseren Gehalt der Arbeiter auf den Teeplantagen.

Worauf sollte man bei der Zubereitung von Tee achten?

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Für die ideale Zubereitung von Tee empfiehlt es sich eine Teekanne mit Teesieb oder Samowar zu verwenden. Papierfilter eignen sich für kräftigen Schwarztee, aber für einen feinen Darjeeling oder Grüntee sind Papierfilter nicht gut geeignet, weil sie verhindern können, dass feine Aromen dieser Tees in das Teewasser gelangen. Weiterhin schmeckt ein Tee besser, wenn er sich frei entfalten und seine Aromen in einer definierten Ziehzeit an das Teewasser abgibt.

Teekannen gibt es viele und hier sollte natürlich Wert auf die Vorliebe für Material (Glas oder Keramik), Farben und Design geachtet werden. Da nicht jede Teekanne ein Teesieb hat, kann dieses separat gekauft werden. Es sollte von den Maßen her in die gewünschte Teekanne passen und groß genug sein, damit der Tee frei im Wasser schwimmt und sich entfalten kann.

Weiterhin ist es wichtig, dass die Poren des Teefilters eher fein sind, damit grobe Bestandteile nicht ins Teewasser gelangen. Auf diese Aspekte sollte daher beim Kauf einer Teekanne geachtet werden. Außerdem ist es wichtig, dass man mit der Teekanne ohne zu tropfen in einen Becher oder ein Teeglas einschenken kann, ansonsten kann der Ärger über die Teekanne groß sein.

Gute Erfahrungen habe ich mit dem Glas Teekannen von Samadoyo gemacht – z.B. die Glas Teekanne mit Edelstahl Teesieb und 900 ml Füllmenge. Sie bietet ein gutes Verhältnis zwischen der Größe des Teesiebs und der eingesetzten Wassermenge. Es ist nämlich enorm wichtig für ein ideales Verhältnis von Teemenge, Wassermenge, Teesiebgröße zu sorgen, damit der Tee sein Geschmackspotential entfalten kann.

Teekanne

Bei der Teezubereitung sollte eine Teekanne verwendet werden und auf eine ausreichende Ziehzeit geachtet werden. (Foto: HCshearer / pixabay.com)

Da man viele Tees wie Grüner Tee und Oolong öfters aufgießen kann, gibt es hier sehr gute Alternativen für kleinere Zubereitungsmengen. Eine 500 ml Teekanne mit Infuser bietet z.B. den Vorteil, dass weniger Teemenge eingesetzt werden muss und diese dafür öfters aufgegossen werden kann. Die Glas Teekannen liegen bei etwa 20 – 50 € je nach Modell.

Weiterhin gibt es Japanische Einhand-Teekannen, die Kyusu genannt werden. Das Aufgussvolumen liegt hier zwischen 100 und 400 ml und hochwertige Modelle haben das Teesieb bereits in der Teekanne integriert. Die Japanische Teekanne eignet sich hervorragend für die Zubereitung von grünem Tee wie Sencha, Kabusecha und Gyokuro.

Aber auch ein Oolong kann hiermit zubereitet werden. Gute Japanische Teekannen liegen preislich bei 40-100€ und bei guter Behandlung halten sie viele Jahre und überzeugen den Teetrinker mit einem besseren Geschmack des Tees.

Fazit

Unser Tee-Experte hat dich in die Welt des Tees eingeführ und dich darüber aufgeklärt, worauf es bei einem guten Tee ankommt und wie dieser Tee zubereitet werden sollte. Es gibt mittlerweile unzählige Teesorten und es kommen immer weitere dazu.

Der Tee erweist sich als die von naturgegebene Verbindung zwischen dem Menschen und der Natur. Denn er kann einen Menschen beruhigen – genauso wie die Natur. Probiere auch du die eine oder andere Teesorte aus und finde deine Verbindung zur Natur.

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