Egal ob Müsli, Brot oder Mehl – wenn du Wert auf eine nährstoffreiche und ausgewogene Ernährung legst, kannst du dir viele Lebensmittel selber und frisch mahlen.

Mit einer Getreidemühle lassen sich verschiedenste Getreidesorten zerkleinern, die du dir individuell und frisch zusammenstellen kannst. Warum das Selbermahlen von Getreide so gesund ist und welche Eigenschaften die verschiedenen Arten mit sich bringen, werden wir dir in dem folgenden Ratgeber zeigen.

Warum ist es so gesund, Getreide selbst zu mahlen?

Getreide enthält eine Menge gesundheitsfördernde Stoffe wie Spurenelemente, Vitamine, Mineralien, ungesättigte Fettsäuren und Eiweißbausteine.

Ähren auf dem Feld

Die Palette der Getreidesorten ist enorm vielseitig und es ergeben sich zahlreiche Anwendungsbereiche. (Foto: Candiix / pixabay.com)

Durch das Selbstmahlen mit einer Getreidemühle kannst du diese Bestandteile frisch zu dir nehmen und es gehen keine Nährstoffe durch eine lange Lagerung verloren.

Somit trägst du einen großen Beitrag zu deiner Gesundheit bei. Als Alternative bietet sich auch eine Flockenquetsche an.

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Was ist ungesund an industriell gemahlenen Getreide?

Durch die Lagerung, die sich bei industriell verarbeiteten Mehl ergibt, gehen wertvolle Nährstoffe des Getreides verloren.

Die Industrie verkauft das sogenannte Auszugsmehl, das nur die Kohlenhydrate im Kern überlässt und die nährstoffreiche Schale entfernt. Industriell hergestelltes Weißmehl führt oft zu bekannten Zivilisationskrankheiten wie etwa Diabetes und Übergewicht.

Achte im Handel auf die Typenbezeichnung des Mehls. Je niedriger die Typenbezeichnung, desto geringer der Nährstoffgehalt.

Welche Getreidearten kannst du dir zu Hause selber mahlen?

Es gibt zahlreiche Getreidesorten, die du dir selber zu Hause mahlen kannst. Einige sind gesünder als andere und beinhalten verschiedene Nährstoffe. Auch anhand der Herkunft und der Anwendungsbereiche kannst du das Getreide unterscheiden.

Bulgur

Das asiatische Getreide wird aus Hartweizengrieß gewonnen. Dieser wird für die Herstellung von Bulgur zuerst eingeweicht, dampfgegart und anschließend gemahlen.

Dabei wird das ganze Korn verwendet und somit bleiben wertvolle Nährstoffe der Schale enthalten. Bulgur eignet sich gut für asiatische und auch afrikanische Gerichte, als Beilage oder auch als Salat.

Couscous

Auch Couscous ist wie Bulgur ein Exote unter den Getreidesorten. In vielen Teilen Nordafrikas und Arabien ist das Getreide so wichtig wie die Kartoffel für die Deutschen. Couscous wird aus Weizengrieß hergestellt.

Dieser Grieß wird mit Wasser vermischt und schließlich zu kleinen Kügelchen geformt. Im Supermarkt bekommst du dies in getrockneter Form.

Couscous ist sehr vielseitig einsetzbar und köstlich zu indischem oder arabischen Speisen. Durch die kurze Einweichdauer sparst du dir bei der Zubereitung viel Zeit.

Dinkel

Dinkel kann als eine Vorstufe des Weizens bezeichnet werden und ist unglaublich vielseitig. Durch die guten Backeigenschaften lässt sich Dinkel zu Keksen, Brot, Kuchen, Pasta und vieles mehr verarbeiten. Allerdings enthält Dinkel Gluten und ist somit nicht für jeden geeignet.

Grünkern

Grünkern wird aus dem halbreifen Dinkelkorn gewonnen und ist durch die hohe Anzahl an Mineralstoffen und Vitaminen der B-Gruppe außerordentlich gesund. Grünkern wird gerne als Suppeneinlage, Bratling oder Salat genossen.

Mehrere Maiskolben in einer Schüssel

Mais zählt eher zu den ungesunden Getreidearten, lässt sich jedoch enorm vielseitig verarbeiten und in verschiedensten Formen genießen. (Fotot: Keem1201 / pixabay.com)

Mais

Mais ist ein enorm vielseitiges Getreide, das sehr abwechslungsreich zubereitet werden kann. Als Getreideart ist Mais oft als Maisgrieß oder auch Polenta bekannt.

Auch Maismehl oder Maisstärke kannst du selbst mahlen. Das Getreide ist glutenfrei und hat einen hohen Anteil an Karotin. Jedoch ist es nicht sehr nährstoffreich und auf die Dauer nicht gesund.

Hafer

Hafer ist ebenso wie Bulgur und Couscous ein asiatisches Getreide. Es besitzt viele Mineralstoffe sowie wichtige B- Vitamine. In der Naturheilkunde wird Hafer aufgrund der vielen Ballaststoffe eine heilende Wirkung auf den Magen-Darm-Trakt nachgesagt. Zudem wirkt Hafer cholesterinsenkend und kann den Blutzuckerspiegel regulieren.

Für Allergiker ist das gesunde Korn leider nicht immer geeignet. Es ist zwar glutenarm, jedoch nicht glutenfrei. Vor allem als Müsli, Keks oder Haferflocken kannst du das Getreide genießen.

Hafer zählt zu einer der gesündesten Getreidesorten.

Hirse

Da dieses Getreide kein Gluten enthält und reich an Mineralstoffen ist, eignet es sich gut für Allergiker. Hirse gehört zu den gesündesten Getreidearten und ist sehr vielseitig anwendbar – egal ob als Reisersatz, Babynahrung oder Salat. Da Hirse ein glutenfreies Getreide ist, eignet es sich allerdings nicht zum Backen.

Hirse ist reich an Vitaminen und Eisen. Die meisten kennen das Getreide nur als Hirsebrei, doch auch als Hirsesalat, Hirsebratlinge oder Pizzateig lässt sich Hirse lecker verarbeiten.

Kamut

Das Hartweizen ähnliche Korn kommt aus Ägypten und hat einen sehr hohen Anteil an Eiweiß. Dadurch eignet sich das Getreide gut als leichte Speise. Das Spurenelement Selen kommt auch in Kamut vor und wirkt sich positiv auf Haut und Haare aus.

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Kamut kannst du in Nudel-Flocken oder Kornform kaufen und es ist meist in Reformhäusern erhältlich.

Quinoa

Diese südamerikanische Getreideart gehört zu den Gänsefußgewächsen. Du kannst daraus Salat, Suppeneinlagen oder Beilagen zaubern. Quinoa enthält viele Aminosäuren, die eine fleischlose Ernährung aufgrund des Proteinmangels bereichert.

Außerdem ist das Getreide reich an den Mineralien Mangan und Kupfer. Diese aktivieren ein Enzym, das die Energieproduzenten in den Zellen vor gefährlichen Oxidationsprozessen schützt.

Quinoa ist durch den hohen Aminosäureanteil besonders bei Veganern beliebt.

Roggen

Roggen wird meist zur Herstellung von Knäcke- und Schwarzbrot verwendet. Ein Vorteil des Getreides ist es, dass das Sättigungsgefühl durch die Ballaststoffe nach dem Verzehr lange anhält. Diese enthalten jedoch nur wenige Kalorien. Zu den wertvollen Nährstoffen im Roggen zählen zudem Vitamin A sowie Folsäure.

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foco

Roggenmehl ist für Allergiker und Menschen mit Glutenunverträglichkeit gut geeignet, da es kein Klebereiweiß enthält. Roggen trägt zur Reinigung des Blutes bei und senkt den Cholesterinspiegel.

Weizen

Weizen ist im Gegenzug zu Roggen glutenhaltig und das meistverwendete Backgetreide im deutschsprachigen Raum. Jedoch enthält Weizenmehl, vor allem Weizen aus Auszugsmehl (ohne Schale), sehr wenig Nährstoffe.

Genießt du Backwaren aus Weizenvollkornmehl nimmst du wesentlich mehr Mineralstoffe und Vitamine auf. Trotzdem bleibt Weizen das ungesündeste Getreide.

Wenn du Wert auf eine ausgewogene Ernährung legst, solltest du auf andere Getreidesorten oder zumindest auf Vollkorn zurückgreifen. Weizen ist sehr vielseitig und wird zur Herstellung von Backwaren, Müsli, Pasta und auch Alkohol verwendet.

Worin liegen die Vorteile von Vollkorngetreide?

Durch das volle Korn beinhaltet das Getreide wertvolle Stoffe, die in der Schale enthalten sind. Mineralstoffe und Spurenelemente wie Eisen, Magnesium, Kalzium und zahlreiche Vitamine sind in dem vollen Korn enthalten, die dem Auszugsmehl entzogen werden.

Diese Nährstoffe sind besonders wichtig für deinen Stoffwechsel, die Verdauung sowie für die Darmgesundheit. Auch das Nervensystem und die Muskeltätigkeit deines Körpers werden durch die Inhaltsstoffe von Vollkornprodukten gestärkt.

Vollkorngetreide ist neben Obst und Gemüse der wichtigste Ballaststofflieferant, der nicht dick macht.

Durch den regelmäßigen Genuss von Vollkornprodukten kannst du das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Atemwegserkrankungen senken.

Bei dem sogenannten Auszugsmehl oder Weißmehl bleibt nur die im Korn enthaltene Stärke übrig. Somit macht diese Form von Getreide dick. Der enthaltene Zucker und die überdosierte Zufuhr von Energie wird in deinem Körper als Fett gespeichert.

Nudelteig Bestandteile

Egal ob Pasta, Brot oder Kekse. Weizen ist das meisthergestellte Getreide, doch ist auch das ungesündeste mit den wenigsten Nährstoffen. (Foto: Oldermaid / pixabay.com)

Fazit – Getreide selbst mahlen?

Man ist, was man isst – Getreide stellt einen enormen Teil der Ernährung dar und bietet so viele Anwendungsmöglichkeiten wie kein anderes Lebensmittel. Durch die vielen verschiedenen Arten und deren unterschiedliche Eigenschaften kannst du aus zahlreichen Sorten auswählen und Vorteile und Nachteile gegenüberstellen.

Selbstgemahlenes Getreide ist ohnehin das gesündeste, das du zu dir nehmen kannst. Es bleiben alle Nährstoffe enthalten und du weißt, was du isst. Auch geschmacklich wird dich ein frisch gemahlenes Getreide überzeugen. Zudem trägst du einen Beitrag zur Umwelt bei und sparst Ressourcen.

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links

[1] https://www.medizin-transparent.at/vollkorn

[2] https://bessergesundleben.de/die-4-besten-getreidesorten-zum-fruehstueck/

[3] http://getreide-selber-mahlen.net/

Bildquelle: Foto: PixelAnarchy / pixabay.com

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