Hafer ist ein vollkommen unterschätztes Getreide, obwohl dieses bereits seit Jahrtausenden angebaut wird.

Damals wurde es hauptsächlich an Nutztiere verfüttert und der Anbau lohnte sich kaum. Doch mittlerweile erlebt dieses äußerst nährstoffreiche und gesunde Korn eine Art zweite Wiedergeburt, als das Superfood schlechthin.

Wer konsumiert die meisten Haferflocken?

Russland, das Vereinigte Königreich, Australien und Schweden – Wenn es um den Verzeher von Haferflocken geht, dann stehen in den Statistiken diese Länder ganz oben. Mittlerweile werden im Vereinigten Königreich sogar 50% der Haferproduktion für den menschlichen Verzehr verwendet.

Auch im deutschsprachigen Raum erfreut sich das „neue“ Superfood zunehmender Beliebtheit. So landen Haferflocken in Form von Haferschleim, Porridge oder als Oatmeal immer öfters am Frühstücksteller.

Woraus werden Haferflocken eigentlich hergestellt?

Die Haferflocken, so wie du sie kennst, werden aus dem Getreide Hafer hergestellt. Dieses gehört wie der Weizen und Roggen zu den Süßgräsern. Allerdings nimmt dieses Korn eine Sonderposition unter den Getreidearten ein, da die Körner nicht als Ähre, sondern als Rispe ausgebildet sind.

Zu erkennen sind hier die einzelnen Rispen des Hafers. Der deutliche Unterschied liegt darin, dass die Fruchtkörper einzeln und nicht als Ähre, wie es beim Weizen der Fall ist, ausgebildet sind.

Wo wächst der Hafer für deinen Porridge?

Im Vergleich zu anderen Getreidesorten gilt Hafer als eines der widerspenstigsten überhaupt. So gedeiht die Grundlage für dein Porridge auch unter kargen Bedingungen besonders gut.

Häufige Anbaugebiete dieser Wunderkörner befinden sich in Nord- und Mitteleuropa, aber auch in Russland und Nordamerika. Deutschland ist der sechstgrößte Haferproduzent innerhalb der EU. Dort findest du Haferfelder in Mittelgebiergen oder ganz weit oben an der Nordsee.

Was sind die gesundheitlichen Vorteile von Haferflocken?

Porridge oder Haferschleim ist nicht nur besonders günstig im Vergleich zu anderem Superfood, sondern auch ein richtiger Allrounder. Hafer ist besonders reich an Makronährstoffen und Mikronährstoffen. Diese sind wichtig für die Energiegewinnung und für den Zellstoffwechsel deines Körpers.

Außerdem kommt Hafer in unterschiedlichen Bereichen zum Einsatz. Fitnessfans erfreuen sich an den gesunden und wertvollen Kohlenhydraten. Diese erzeugen ein langanhaltendes Sättigungsgefühl und beugen Heißhungerattacken vor.

Im medizinischen Bereich kommen Haferdiäten häufig zum Einsatz, um Diabetes Mellitus Typ II vorzubeugen und um nachhaltig den Insulinspiegel zu senken. Des Weiteren findest du Hafer in der Kosmetik. Dort wird Hafer als Gesichtspeeling verwendet. Dieser hat eine beruhigende Wirkung auf deine Haut und kann unter anderem auch Akne vorbeugen.

Das Wunderkorn wurde von der Universität Würzburg sogar zur Arzneipflanze 2017 auserkoren. Wenn du mehr über die genauen Inhaltsstoffe erfahren möchtest, die den Haferbrei so besonders machen, dann solltest du hier weiterlesen.

Welche Inhaltsstoffe stecken in diesem Superfood und was bewirken Haferflocken in deinem Körper?

Die Inhaltsstoffe des Hafers machen deinen Haferbrei zu einem gesunden Energielieferanten.

Er besteht aus:

  • 60% komplexen Kohlenhydraten,
  • 10% Ballaststoffen,
  • 12% hochwertige pflanzliche Eiweiße,
  • 7% Fette

und jeder Menge Mikronährstoffen.

Die Flocken kannst du auch ganz leicht mit einer Flockenquetsche selbst herstellen. Du kannst auch andere Getreidearten zu Flocken weiterverarbeiten. Denn frisch gequetscht bleiben alle Inhaltsstoffe optimal enthalten.

Hafer besteht hauptsächlich aus komplexen Kohlenhydraten. Diese werden im Verdauungstrakt langsam aufgespalten und verwertet. Dein Blutzuckerspiegel steigt somit nur langsam an und dein Körper wird länger mit Energie versorgt. Aufgrund seiner besonderen Kohlenhydratstruktur weisen Haferprodukte einen besonders niedrigen glykämischen Index auf.

So eignen sich Haferflocken auch gut für Diabetiker Typ II. Auch im Fitnessbereich sind Haferflocken deshalb besonders beliebt. Denn verglichen mit ihren Energiewerten, halten diese besonders lange satt.

Die Hälfte der Ballaststoffe besteht aus dem sogenannten Beta Glucan. Kein anderes Getreide besitzt von diesem Stoff so viel wie der Hafer. Hierbei handelt es sich um lösliche Ballasstoffe, die in vielfältiger Weise deinen Körper positiv beeinflussen.

Unter anderem bindet das in deinem Haferschleim enthaltene Beta Glucan die Gallenflüssigkeit im Verdauungstrakt. Das in der Galle enthaltene Cholesterin wird an das Beta Glucan gebunden und anschließend ausgeschieden. Somit hilft der regelmäßige Verzehr von Haferprodukten deinen Cholesterinspiegel zu senken und beugt unter anderem Gefäßverstopfungen vor.

Der Eiweißgehalt ist mit circa 12 Prozent sehr beachtlich. Dabei handelt es sich um hochwertige pflanzliche Eiweiße, in denen sogar sechs von acht lebenswichtigen Aminosäsuren enthalten sind. Eiweiße sind unter anderem wichtig für den Muskelaufbau, für die Bildung von neuem Gewebe und dem Zellstoffwechsel in deinem Körper.

Auch die Fette, die in deinen Oats – so werden Haferflocken im Englischen bezeichnet – enthalten sind, sind hochwertige Nährstoffe. Der Hauptbestandteil besteht aus mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Diese benötigt dein Körper für die Aufnahme von fettlöslichen Vitaminen (A, D, E und K).

Dabei kommt die Linolsäure in besonders großen Mengen vor. Diese hilft beim Aufbau den Zellmembranen und unterstützt die Regulierung des Cholesterinspiegels. Außerdem sind in deinen Haferflocken eine Menge Mikronährstoffe, wie Vitamine und Mineralstoffe enthalten. Vor allem das Vitamin H, auch bekannt als Biotin, nimmst du reichlich mit Haferflocken zu dir.

Biotin ist gut für schönes Haar, hilft dir deine Hautstruktur zu verbessern und macht deine Nägel fester. Vitamin H in Kombination mit Zink (welches übrigens auch viel in Hafer enthalten ist), beugt sogar Haarausfall vor.

Welche Vitamine und Mineralstoffe findest du in deinem Porridge?

  • Vitamin B1: Gut für dein Nervensystem und hilft auch bei Konzentrationsschwäche
  • Vitamin B9: Verantwortlich für die Bildung und das Wachstum von roten Blutkörperchen
  • Vitamin B6: Ebenfalls gut für dein Nervensystem und auch für dein psychisches Wohlbefinden verantwortlich, da es die Serotoninproduktion unterstützt.

Kombinierst du deinen Haferbrei zusätzlich mit Früchten und Nüssen, dann kannst du dein Frühstück in wahre Vitaminbomben verwandeln.

Haferschleim mit Früchten und Nüssen gratiniert schmeckt nicht nur besonders gut, sondern enthält eine zusätzliche Portion an Vitaminen und Proteinen.

Magnesium ist reichlich in Hafer enthalten. Dies benötigt dein Körper zum Beispiel für das Knochenwachstum, deine Zähne, die Zelltteilung und ist auch für die Reizübertragung zwischen den Nerven und den Muskeln verantwortlich.

Des Weiteren enthält dein Powerfrühstück Spurenelemente, wie Eisen und Zink. Eisen benötigen deine roten Blutkörperchen für den Sauerstofftransport und Zink unterstützt dein Immunsystem.

Erstaunlich ist, dass 100 Gramm Haferflocken mehr Zink, Magnesium und Eisen als dieselbe Menge Fleisch enthalten.

Fazit: Haferflocken als das „neue“ Superfood

Die Reichhaltigkeit dieses Korns übertrumpft nicht nur alle anderen Getreidearten, sondern kann auch mit einem Stück Steak mithalten. Haferflocken erfreuen sich nicht umsonst so großer Beliebtheit. Gratiniert mit Früchten sorgt Haferschleim für einen guten Start in den Tag und hält auch lange satt.

Über Heißhungerattacken bei der Arbeit brauchst du dir da keine Sorgen mehr machen. Nicht zuletzt lässt sich Hafer, dank seiner Vielzahl an hochwertigen Inhaltsstoffen in vielerlei Hinsicht nutzen. Egal ob für den Sport, in der Medizin oder für Ernährungsbewusste. Somit sind die kleinen Flocken wahrlich ein Superfood.

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links


[1] https://www.alleskoerner.de


[2] http://www.klostermedizin.de/index.php/heilpflanzen/arzneipflanze-des-jahres/65-arzneipflanze-des-jahres-2017-echter-hafer-avena-sativa


[3] https://www.vdd.de/fileadmin/downloads/Kurzfassungen_Kongress_2011/Wehlmann.pdf

Bildquelle: unsplash.com / Yanina Trekhleb

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