Kaffee ist im Laufe der letzten Jahre zum hippen Getränk geworden. Vor allem bei jungen Menschen ist der Konsum von Kaffee in den letzten Jahren stark angestiegen. Im Jahr 2010 trank nur jeder dritte der 18- bis 24-jährigen Kaffee, im Jahr 2018 sind es schon knapp 50%. Betrachtet man alle Altersgruppen, konsumiert jeder Deutsche im Durchschnitt 4,2 Kilogramm Kaffee pro Jahr.

Auf Liter umgerechnet ergibt das einen Konsum pro Person von rund 162 Liter im Jahr. Pro Tag sind das 2-3 Tassen. Damit ist Kaffee das beliebteste Getränk der Deutschen, noch vor Mineralwasser und Bier.

Warum trinken wir so gerne Kaffee?

Vor allem Ketten wie Starbucks haben dazu beigetragen mit psychologischen Tricks vor allem junge Menschen anzusprechen und anzuziehen. Die Läden sind gemütlich eingerichtet und laden geschäftige junge Menschen mit Laptops oder Büchern ein. Gemäß dem Herdenverhalten möchte wir das, was auch die anderen haben.

Dadurch werden wieder junge Menschen angezogen, die sich durch das schummrige Licht in den Läden sehr wohl fühlen. Dieses beruhigende Gefühl wird durch das Kaffeearoma in der Luft noch verstärkt.

Kaffeebohnen Nahaufnahme

Eine warme Tasse zu halten ist fast immer ein behagliches Gefühl, aber auch schon der Duft von ganzen Kaffeebohnen ist für viele Menschen wunderbar. (Foto: PDPics / pixabay.com)

Der Besuch bei der Kaffeekette bleibt in positiver Erinnerung, die auch zu Hause oder im Büro genossen werden möchten. Auch aus diesem Grund ist im letzten Jahr die Nachfrage nach Espresso-Bohnen gestiegen, während der Absatz von Filterkaffee, aber auch von Kaffeekapseln nach Angaben von Marktforschern rückläufig, war.

Dies kommt vor allem durch den Anstieg von Kaffeevollautomaten, die in privaten Räumlichkeiten die Kaffeesucht zu Hause befriedigen.

Kann Kaffee wirklich süchtig machen?

In der Öffentlichkeit wird Kaffeesucht oft dementiert und klein geredet. Dazu gehört auch, dass die Weltgesundheitsorganisation Koffein nicht als suchterzeugende Substanz anerkennt.

Dabei ist Koffein, genau wie Nikotin, zu den Nervengiften zu rechnen und die chronische Abhängigkeit von Koffein hat sogar einen Namen: Koffeinismus.

Bekommt ein Mensch, der unter Koffeinismus leidet keinen Kaffee, stellen sich Entzugssymptome ein, die je nach Schwere der Sucht unterschiedlich stark ausfallen können:

  • Müdigkeit und übermäßig langes Schlafen
  • Vorübergehende leichte Depressionen bzw. starke Stimmungstiefs
  • Verstopfung oder Darmträgheit
  • Antriebslosigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Konzentrationsstörungen, Störungen der Denkfähigkeit
  • Körperliche Erschöpfung

Bestehen Selbstzweifel, sollte man sich folgende Fragen stellen: Wie viele Tassen Kaffee trinke ich pro Tag? Welche koffeinhaltigen Getränke nehme ich zusätzlich zu mir? Nehme ich Medikamente mit Koffein ein? Welche Wirkung hat der Kaffee auf mich? Fühle ich mich wirklich wacher? Geht es mir eher um den Geschmack?

Warum wird gerade in Start-ups so viel Kaffee getrunken?

Schon in den Stellenausschreibungen von Start-ups wird mit „kostenlosen Getränken“ oder „Kaffee satt“ geworben. Selbstverständlich wird auch kein altmodischer Filterkaffee wie bei den Eltern oder Großeltern angeboten, sondern feinste Bohnen aus luxuriösen Kaffeevollautomaten.

Kaffee ist einfach hip und zum Symbol diese junge Generation geworden, bei der Kaffee so selbstverständlich ist wie Mineralwasser.

Welche Alternativen zum Kaffee gibt es?

Für Menschen, die unter Kaffeesucht leiden und nicht mehr auf das Koffein verzichten können oder auch möchten, gibt es heutzutage diverse Alternativen: koffeinhaltige Limonaden, Tees oder Energy Drinks.

Jeder muss für sich selbst entscheiden, ob er zu einer Alternative greifen möchte. Wem es um den Geschmack des Kaffees und nicht um das Koffein geht, der könnte entkoffeiniertem Kaffee trinken. Dieser vereint den guten Geschmack des Kaffees ohne Koffein.

Eine andere, süßere, Alternative sind koffeinhaltige Limonaden wie Cola. Geschmacklich ist die Markenwahl jedem selbst überlassen, in Hinsicht auf das eigene Gewicht und die Gesundheit sollte auf einen geringen Zuckeranteil geachtet werden.

Schwarztee ist ebenfalls eine gute Möglichkeit Kaffee zu ersetzen, da dieser Koffein enthält. Nach und nach könnte der Schwarztee durch koffeinfreie Sorten, wie Rooibos, ersetzen.

Auch Energy Drinks können konsumiert werden, um dem Körper Koffein zuzuführen. Allerdings ist hierbei zum einen der Zuckeranteil nicht zu unterschätzen und auch der hohe Preis zu beachten.

Zudem stehen Energy Drinks in der Kritik vor allem bei jungen Menschen gesundheitsschädlich zu sein und dürfen in Großbritannien erst ab 16 gekauft werden.

Für was sich jeder einzelne auch entscheidet: Hauptsache es schmeckt!

Bildquelle: unsplash.com / Mounzer Awad

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