Palmöl wird aus dem Fruchtfleisch der Ölpalme gewonnen und beinahe im Alltag jedes Menschen verwendet. Es steckt in vielerlei Lebensmitteln, wie zum Beispiel in Margarine, Nutella, Pizza, Wurstwaren oder Eiscreme, aber auch in Waschmitteln und Kosmetikartikeln.

Sogar als Energiequelle wird Palmöl häufig verwendet, wenn es um unsere Biotreibstoffe geht. Wie du siehst, ist Palmöl vielseitig verwendbar und daher ein sehr beliebtes Alleskönner-Produkt. Jedoch ist die Produktion des Palmöls sehr aufwändig.

Um Palmöl in den nötigen Massen zu produzieren, werden in Ländern wie Indonesien und Malaysia riesige Ölplantagen angebaut, für die jedoch ein enorm großer Teil des Regenwaldes abgeholzt wird.

Dies zerstört nicht nur den Lebensraum vieler wild lebender Tierarten, sondern ist auch schädlich für die Umwelt. Denn die Bäume des Regenwaldes absorbieren schädliche Stoffe, wie beispielsweise CO2-Abgase und wandeln diese in Sauerstoff um. Mit der Zerstörung des Regenwaldes gelangen zudem noch zusätzlich Treibhausgasemissionen in die Erdatmosphäre, was wiederum die Erderwärmung ankurbelt.

Dazu kommt die Nichtbeachtung der Menschenrechte in solchen Ländern, sodass auch die Arbeiter auf den Plantagen zu enormen Bedingungen arbeiten müssen und nur einen geringen Lohn dafür erhalten.

Regenwald

Zahlreiche riesige Flächen des Regenwaldes werden zerstört, um Anbaufläche für Palmölplantagen zu bauen. (Foto: Republica / pixabay.com)

Welche Unterschiede gibt es zum normalen Palmöl? 

Im Wesentlichen gibt es keinen Unterschied zwischen normalem Palmöl und nachhaltigem Palmöl. Das Produkt ist ein und dasselbe und damit sind auch die Inhaltsstoffe, der Gebrauch und die Wirkung dieselben. Die grundsätzlichen und wichtigsten Unterschiede sind die Bedingungen, unter denen das Palmöl erwirtschaftet wird.

Bei nachhaltigem Palmöl wird auf den ökologischen Anbau der Ölpalme geachtet. Es werden daher weniger bis gar keine Pestizide eingesetzt und die Arbeiter werden zu einem fairen Preis entlohnt und nach den Menschenrechten gesetzmäßig behandelt.

Es gibt verschiedene Zertifizierungssysteme, die darauf hinweisen, dass diese Voraussetzungen eingehalten werden. Ein weiterer Unterschied ist allerdings auch der Preis. Gewöhnliches Palmöl bekommst du ab fünf Euro, für Bio-Palmöl zahlst du im Regelfall mehr als das doppelte.

Gibt es Alternativen zum Palmöl?

Kokosöl wird häufig als Alternative zu Palmöl bezeichnet. Doch ist das wirklich so? Kokosöl ist ebenfalls vielseitig verwendbar. So wird es zum Kochen, Reinigen und für die Pflege verwendet und ist zusätzlich sehr gesund für den Körper und für die Haut. Kokosöl wird dabei aus der Kokosfrucht gewonnen.

Diese Pflanzen wachsen ebenso wie die Ölpalme in tropischen Gegenden, womit auch hierbei Indonesien, die Philippinen oder auch Indien als Produktionsländer in dieser Industrie weiterwachsen.

Würde man also das Palmöl durch Kokosöl ersetzen, würde das aus ökologischer, nachhaltiger Sicht nichts ändern – die Sache sogar noch verschlimmern. Aus einem Hektar Anbaufläche lassen sich circa 3,3 Tonnen Palmöl erwirtschaften. Auf der selben Fläche gelingt dies mit Kokosöl nur für ca. 0,7 Tonnen.

Auch Palmkernöl ist häufig im Gespräch, kommt als echte Alternative jedoch eher nicht in Frage. Palmkernöl wird aus den Kernen der Früchte gewonnen. Wie die Bezeichnung bereits vermuten lässt, wird auch hierzu der Anbau von Ölpalmen benötigt.

Außerdem ist das Palmkernöl um einiges teurer und besteht zum großen Teil aus Laurinsäure und Myristinsäure. Es hat für den Verbraucher also eine etwas andere Verwendung, die nicht so vielseitig ist, wie bei dem Palmöl.

Nachhaltiges Palmöl ist eine echte Alternative zu dem normalen Palmöl.

Bei der Produktion des Palmöls wird auf folgende Dinge besonders geachtet: das Verbot von Anbau auf Torfböden, der Schutz von Waldgebieten mit hohem Schutzwert, die Reduzierung von synthetischen Pestiziden und Düngern, der verantwortungsvolle Umgang mit Wasser, der Schutz der Artenvielfalt und die Einhaltung der Menschen- und Arbeitsrechte.

Wie erkenne ich nachhaltiges Palmöl?

Das erste worauf du generell beim Kauf nachhaltiger Produkte achten solltest, ist das Biosiegel. Hierbei gibt es jedoch verschiedene Siegel. Da das Palmöl meist aus asiatischen Ländern oder eben anderen EU-Ländern stammt, solltest du vor allem auf das EU-Bio-Siegel achten. Dabei müssen mindestens 95 Prozent der Inhaltsstoffe aus ökologischem Anbau stammen.

Palmöl

Kokosöl ist universell verwendbar, gilt jedoch als keine gute Alternative für Palmöl. (Foto: Free-Photos / pixabay.com)

Innerhalb Deutschlands werden häufig Bio-Siegel vergeben, wie Ecoland, Bioland, Biokreis, Biopark, Deutsches Biosiegel und viele mehr. Diese sind jedoch auf die Produktion von Gütern innerhalb Deutschlands bezogen und haben für dich bezüglich von Palmöl eher keine große Bedeutung.

Solltest du das EU-Bio-Siegel ebenfalls nicht finden, kannst du auch auf Zertifizierungen Ausschau halten, die einen ökologischen, menschengrechten Anbau der Ölpalme garantieren sollen.

Wer unterstützt die Produktion von nachhaltigem Palmöl?

Der WWF sucht ständig nach Alternativen für die Verwendung von Palmöl. Nach einer Studie konnte der WWF feststellen, dass kein Palmöl ebenfalls keine Lösung ist. Daher wird dem Verbraucher geraten, weniger Fertiggerichte und frisch zu kochen.

Außerdem sollte man weniger Süßes und Fettiges zu sich zu nehmen, beim Einkauf auf zertifizierte Produkte zu achten und das Fahrrad zu nehmen statt mit dem Auto zu fahren. Sinkt die hohe Nachfrage nach Palmöl, müssten auch keine großen Flächen mehr bebaut werden.

Eine bekannte Zertifizierung ist die vom RSPO (Roundtalbe on Sustainable Palm Oil). Die umfassende Initiative steht für einen nachhaltigen Palmölanbau und den Erhalt der Urwälder. Die Mitglieder bestehen aus Umweltschutzverbänden und Unternehmen aus der Wertschöpfungskette des Palmöls.

Zu den Standards des RSPO gehören unter anderem die Einhaltung von Gesetzen, der verantwortungsvolle Umgang mit Angestellten, eine verantwortungsvolle Entwicklung der Anbaugebiete und die Bekenntnis zu langfristiger wirtschaftlicher Tragfähigkeit. Außerdem werden die Audits veröffentlicht.

Das ISCC-System (International Sustainability and Carbon Certification) befasst sich beinahe mit denselben Standards wie der RSPO. Allerdings werden hierbei nicht die Hersteller zertifiziert, sondern die Anbaufläche. Die Audits des ISCC werden nicht veröffentlicht.

RSPO-Mitglieder, also Palmölhersteller, die die Standards noch verschärfen wollen, sind der POIG (Palm Oil Innovation Group) beigetreten. Dabei wird beispielsweise der Schutz von besonders wertvollen Torfmooren standardisiert. Dies sind jedoch überwiegend kleine Palmölerzeuger.

Das Forum Nachhaltiges Palmöl (FONAP) ist ein Zusammenschluss mehrerer Unternehmen, Organisationen, Verbänden und dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Das FONAP sendet klare Signale an Produktionsländer, Zertifizierungssysteme und den Verbraucher, um sein Ziel zu erreichen: den Anteil nachhaltig erzeugten Palmöls auf den Märkten im DACH-Raum enorm zu erhöhen.

Wie kann ich mich beteiligen?

Wenn auch du dich weiterhin an der Nachhaltigkeit des Palmöls beteiligen willst, solltest du zunächst einmal als Verbraucher lediglich zertifiziertes Bio-Palmöl kaufen. Wenn du Eigeninitiative ergreifst, kannst du auch deine Freunde und Bekannten dazu animieren, ebenfalls nachhaltiges Palmöl zu kaufen. Außerdem helfen auch die Ratschläge des WWFs, die wir dir bereits aufgelistet haben.

Verzichte hier und da auf Fertiggerichte oder fahre öfter mit dem Fahrrad. Wenn du noch mehr tun möchtest, kannst du dich auch Foren für nachhaltigen Anbau anschließen oder bei Petitionen mitwirken, indem du diese unterschreibst oder sogar selbst tätig wirst.

Die Natur, die Arbeiter auf den Plantagen und die Tierwelt werden dir dankbar sein, wenn du ein Stück zur Nachhaltigkeit beiträgst und faire Bedingungen schaffst.

Fahrradfahren

Fahrradfahren ist nicht nur gut für die Gesundheit, sondern auch für die Umwelt. (Foto: 3194556, Quelle: pixabay.com)

Fazit: Gibt es „nachhaltiges“ Palmöl?

Auf die Frage zurückkommend, ob es „nachhaltiges“ Palmöl tatsächlich gibt und als Alternative für Palmöl genutzt werden kann, können wir diese aussagekräftig mit einem „Ja“ beantworten. Es ist zwar teurer und definitiv noch nicht so weit verbreitet unter den Verbrauchern, dennoch gibt es genügend Anbieter, die nachhaltiges Palmöl verkaufen.

Da es sich nicht ganz auf den Alleskönner verzichten lässt und Kokosöl und Palmkernöl die Lage ebenfalls nicht verbessern, solltest du als Verbraucher darüber nachdenken, die Nachhaltigkeit zu unterstützen. Somit wird der Regenwald geschützt, Tiere behalten ihren Lebensraum und die Menschen werden gerechter behandelt.

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links


[1] https://www.forumpalmoel.org/


[2] https://www.regenwald.org/themen/palmoel/kokosoel-keine-alternative-zu-palmoel


[3] https://www.biorama.eu/kokosoel_palmoel/

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Redaktion

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