Mit einem kräftigen Schluck Rum ist sicher schon die ein oder andere gute Party gestartet. Mit seinem hohen Alkoholgehalt und dem intensiven Geschmack zählt er zu den beliebtesten Alkoholsorten – und das nicht nur bei den Piraten auf hoher See. Aber die vielen verschiedenen Sorten im Supermarktregal verwirren einen manchmal schon vor dem ersten Schluck.

Bei Rum ist die Kaufentscheidung natürlich vor allem vom persönlichen Geschmack abhängig –  in manchen Fällen gibt es aber tatsächlich Qualitätsunterschiede. In unserem Rum Test 2019 vergleichen wir zehn verschiedene Rum-Sorten und verraten dir, mit welchen Tricks du einen guten Rum erkennen kannst.

Außerdem beantworten wir häufig gestellte Fragen rund um die Herstellung und die Verwendung von Rum, besonders, woher sein traumhaftes Aroma kommt und warum er sich so hervorragend in Fruchtcocktails macht.

Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste in Kürze

  • Obwohl es 8 verschiedene Arten an Rum gibt, sind die meisten Sorten Blended Rums (Mischung verschiedener Einzeldestillate) und basieren auf Melasse (Nebenprodukt der Zuckergewinnung). Man unterscheidet außerdem zwischen Weißem Rum, Braunem Rum und Goldenem Rum.
  • Die meisten Rum-Sorten stammen aus der Karibik und Lateinamerika. Dabei gilt Kuba als das Mutterland des Rums. Der Unterschied in der Farbe basiert auf der Länge der Lagerung.
  • Rum kann entweder pur getrunken werden oder vielfältig in Longdrinks und Cocktails verwendet werden. Dabei wird weißer Rum oftmals für das Mixen von Cocktails verwendet. Dunkler Rum wird hingegen pur getrunken.

Rum Test: Favoriten der Redaktion

Der beste Rum aus Barbados

Der Plantation Barbados XO 20th Anniversary Rum ist ein Klassiker, der aus der Reihe der Top-Rum-Sorten nicht mehr wegzudenken ist. Es ist ein Rum, der sich durch seine Aromen-Komplexität auszeichnet. Dies ist unter anderem auf seinen aufwendigen Herstellungsprozess zurückzuführen.

Dieser Rum lagert nach seiner Destillation 8-10 Jahre in Bourbon-Whiskeyfässern auf Barbados, bevor er nach Frankreich geschifft wird. Dort werden die verschieden alten Destillate vom Master Blender zu einem Blend gemischt und erhalten ein Finish für 2-10 Jahre in französischen Cognac Ferrand-Fässern (oder auch in Portwein-, Marsala-, Sauternes- oder Calvados-Fässern).

Durch das Double Ageing-Verfahren bekommt er mehr Fülle und Aromenvielfalt und eignet sich aufgrund der Komplexität der Aromen und Nuancen insbesondere für Connoisseure. Er zeichnet sich durch einen fruchtig süßen, weichen Geschmack aus und verfügt auch über Vanille-, Karamell- und Kokosnoten. Der Alkoholgehalt des Rums beträgt 40 %.

Der beste Rum aus Guatemala

Der Zacapa 23 Centenario Sistema Solera Rum gehört zu den berühmtesten Premium-Marken der Welt. Der Rum wird von der kleinen guatemaltekischen Destillerie Licorera Zacapaneca hergestellt, die wiederum als Teil der Industrias Licoreras de Guatemala agiert.

Dieser Rum ist ein brauner Solera Blend aus Zuckerrohr, das auf fruchtbarem Boden aus Vulkanasche gedeiht. Beim Auspressen von frischem Zuckerrohrsaft entsteht Zuckerrohrhonig, die Basis für die Fermentierung.

Verschiedene junge und alte Destillate werden mehrfach umgefüllt, vermischt und erneut gelagert. Dabei entsteht eine einzigartige Mischung aus jungen, alten und mittleren Destillaten im Alter von 6-23 Jahren. Wenn der Solera Blend seinen Fässern entnommen wird, wird er für ein weiteres Jahr in amerikanischen Eichenfässern gelagert, bevor er mit einem Alkoholgehalt von 40 % abgefüllt wird.

Der Rum setzt auf eine Kombination aus Holz, Würze und Süße (Toffee und Schokolade). Er ist für ein pures Trinkerlebnis gedacht und sollte bei Zimmertemperatur genossen werden. Außerdem eignet er sich hervorragend für die Kombination mit getrockneten Früchten und dunkler Schokolade.

Der beste Rum aus Venezuela

Der Botucal Reserva Exclusiva Rum gehört in Deutschland zu den populärsten Rum-Sorten für ein pures Prickeln auf der Zunge. Er überzeugt mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis und eignet sich zudem für Einsteiger ins Rum-Segment.

Der Rum ist ein auf Melasse und Virgin Cane Honey (= Sirup von Zuckerrohr) basierender brauner Rum. Er ist eine besonders einzigartige Mischung aufgrund seiner Zusammensetzung aus leichten und schweren Destillaten (= Blend), die vorher mindestens 12 Jahre in ehemaligen Bourbon-Whiskeyfässern aus amerikanischer weißer Eiche gereift sind.

Dieser Rum eignet sich durchaus auch für den einen oder anderen Cocktail, lässt sich jedoch auch hervorragend pur genießen.

Der beste Sherry-Rum

Beim Dos Maderas PX Rum handelt es sich um einen Rum mit Dreifachlagerung in drei verschiedenen Ländern. Der Rum ist eine außergewöhnliche Rum-Sherry-Kombination, perfekt für alle, die etwas Neues probieren möchte, das nicht in die Richtung der übersüßten Rum-Marken geht.

Dieser Rum ist ein brauner Solera Blended Rum. Er durchläuft einen speziellen dreistufigen Alterungsprozess, auch Triple Ageing genannt. Er ist ein Premium-Rum, der mehrfach ausgezeichnet wurde.

Vanille, Sherry-Aromen, Holznuancen, milde und weiche Geschmacksnoten zeichnen den Sherry-Rum aus, der alles andere als einen alltäglichen Geschmack hat. Durch die Lagerung in Spanien und die langsamere Reifung (aufgrund der niedrigeren Luftfeuchte), die ein Aufnehmen von Aromen der Holzfässer begünstigt, bekommt er eine deutliche Sherry-Note.

Pur getrunken entfalten sich seine vielen Aromen, seine Komplexität und die hohe Qualität, die eher Kenner als wie Rum-Neulinge herausschmecken können. Aber auch für Longdrinks und Cocktails ist er der perfekte Partner, da sein Geschmack nicht untergeht und dominant bleibt.

Der beste Rum zum kleinen Preis

Der Pampero Aniversario Reserva Exclusiva Rum stammt von einer venezolanischen Traditionsmarke. Neben dem guten Preis-Leistungs-Verhältnis ist er auch vielseitig einsetzbar, sprich kann Verfechter des Purgenusses als auch Cocktailmixer überzeugen.

Dieser Rum ist ein goldener Blended Rum aus Melasse, der dreimal im Column Still destilliert wird und dann in ehemaligen Bourbon Whiskey- und Sherry-Eichenfässern lagert. Die Reifung beträgt bis zu 4 Jahre. Die Endabfüllung des Blends aus 2-4-jährigen Einzeldestillaten enthält einen Alkoholgehalt von 40 %.

Der Rum ist ein weicher, trockener, aber auch süßer und würzig-nussiger Rum. Du kannst ihn pur zu dir nehmen und wirst ein hochwertiges Trinkerlebnis haben, aber er ist auch nicht zu schade, Bestandteil eines guten Longdrinks oder Qualität-Cocktails zu sein. Er schmeichelt in Long Drinks mit Ginger Ale, Ginger Beer oder Cola und verleiht auch so manchem Cocktail eine gewisse Klasse.

Ratgeber: Fragen, mit denen du dich beschäftigen solltest, bevor du eine Rumflasche kaufst

Willst du Rum kaufen, bist aber mit der Auswahl und den verschiedenen Angeboten etwas überfordert? Dann bist du hier genau richtig, denn wir erklären dir, auf was du beim Kauf von Rum achten solltest.

Was ist Rum und welche Inhaltsstoffe hat er?

Grundsätzlich ist Rum ein alkoholisches Getränk, welches aus der Melasse des Zuckerrohrs gewonnen wird. Die Zusammensetzung der folgenden fünf Stoffe bestimmt die Basis des Rum-Destillats: Melasse aus Zuckerrohr (oder Zuckerrohrsaft), Wasser, Skimming, Dunder und Hefe.

Beim Herstellungsprozess wird die Melasse mit Wasser, Skimming (Schaum, der bei der Zuckerproduktion entsteht) und Dunder (Rückstände aus früheren Gärprozessen, die Säuren enthalten) verdünnt und ergibt zusammen die Maische, die die Grundlage für den Destillierungssprozess bildet.

Hochwertiger Rum wird ähnlich wie Tequila und Whisky für einen bestimmten Zeitraum in einem Holzfass gelagert, um dem Destillat die Schärfe zu nehmen und zusätzliche Aromen beizufügen. Rum wird üblicherweise mehrere Jahre in Eichenfässern gelagert. (Bildquelle: 123rf.com / givaga)

Da Rum keine geschützte Herkunftsbezeichnung hat und die Rum-Herstellung keinem Regelwerk unterliegt und keine Qualitätskontrollen stattfinden (außer bei Rhum Agricole), kann es vorkommen, dass unter den Herstellern etwas getrickst wird.

Hierbei handelt es sich um das Beitun von Zusatzstoffen, die in den Ursprungsländern nicht deklariert werden müssen und im europäischen Raum nicht mehr nachgewiesen werden können oder nicht beachtet werden.

Zugefügter Zucker täuscht den Konsumenten, da der Rum älter aussieht als er ist.

Dazu gehören vor allen Dingen Glycerin (macht den Rum bekömmlicher und mildert die Alkoholschärfe), Zucker (dadurch wird der Rum süßer und milder) und Vanillin. Vor allem durch Zucker entsteht der Eindruck, dass der Rum „älter“ schmeckt und eine längere Reifung hinter sich hat, als dies tatsächlich der Fall ist.

Grund für die Zugabe ist das Ziel, den Rum für den Massenmarkt angenehmer und gefälliger zu machen. Und die Formel scheint auch aufzugehen: die meist verkauften, bekanntesten und meist gelobten Rum-Sorten in Deutschland sind ausgerechnet jene, denen höchstwahrscheinlich große Mengen an Zucker zugefügt wurden.

Alleine aus der Fasslagerung können diese Mengen nicht stammen. 2013 wurde eine Untersuchung der schwedischen und finnischen Alkoholaufsichtsbehörden publik, die über 800 Rum-Flaschen untersuchten und dabei erhebliche Zuckermengen fanden.

Was die EU-Verordnung angeht, bleibt festzuhalten, dass es beim Rum gesetzlich sogar erlaubt ist Zucker beizufügen (im Gegensatz zum Beispiel zum Whisky!). Es heißt, dass „der endgültige Geschmack vom Hersteller bestimmt wird“. Deklariert wird dies allerdings vom Hersteller nicht. Eine Höchstgrenze an Zucker hat die EU bisher auch versäumt einzuräumen.

Erlaubt ist es auch mit Zuckercouleur nachzufärben, um die „Farbe anzupassen“. Bei Zuckercouleur besteht allerdings eine Deklarationspflicht, da es zu den Farbstoffen gehört. Trotzdem hält sich nicht jeder Hersteller an diese Regel.

Glycerin wird im EU-Regelwerk nicht erwähnt, womit wir rückschließen, dass es kein explizites Verbot für Glycerin gibt. Ein Verbot besteht aber im Falle von Vanillin oder anderen Aromastoffen, da es in der Verordnung ausdrücklich heißt: „Rum darf nicht aromatisiert werden.“

Kontrollen finden diesbezüglich aber nicht statt und es ist schwierig nachzuweisen, wieviel Vanillin aus der Fasslagerung stammen könnte (die Eichenfässer können eine geringe Menge an natürlichem Vanillin-Aroma an den Rum abgeben) und wieviel Vanillin künstlich beigegeben worden ist.

Was ist der Unterschied zwischen weißem und braunem Rum?

Neben Weißem und Braunem Rum gibt es außerdem noch Gold Rum. Die Unterschiede beziehen sich hierbei auf die Zeit der Lagerung und Reifung.

Man kann sagen, dass Weißer Rum, auch White Rum oder Light Rum im Englischen und Blanco im Spanischen genannt, entweder ungelagert oder nach einer kurzen mehrmonatigen Lagerung abgefüllt wird.

Brauner Rum, der auch als Aged Rum oder Dark Rum im Englischen bezeichnet wird, wird einem mehrjährigen Reifeprozess unterworfen. Gold Rum, im Englischen auch Amber Rum genannt, bildet das Mittelstück zwischen dem Blanco und dem Dark Rum.

Wie wird Rum getrunken?

Auch hier gibt es wieder feine Unterschiede zwischen weißem und braunem Rum. Weißer kurzgelagerter und billigerer Rum wird selten pur getrunken, er eignet sich dafür bestens für das Mixen von Cocktails.

Dunkler jahrelang gelagerter Rum hingegen ist geradezu prädestiniert für ein pures Geschmackserlebnis und auch hier gilt die Regel, dass je länger der Rum gereift ist, umso größer verspricht das Gaumenfest zu werden.

Nicht unerlaubt ist es den Rum mit etwas Wasser tröpfchenweise zu verdünnen, damit die Trinkstärke angenehm bleibt und sich mehr Aromen freisetzen.

Weißer Rum eignet sich perfekt als Mixer für alkoholische Mischgetränke, wie zum Beispiel Cocktails, wie dem Daiquiri, dem Mojito, der Piña Colada oder dem Mai Tai. Ein Cocktail bietet dir außerdem die Möglichkeit, dich langsam an den hochprozentigen Rum heranzutasten. (Bildquelle: 123rf.com / alexsalcedo1)

Ein kleines No-Go ist, den dunklen Rum „on the rocks“ zu trinken. Die Daumenregel lautet den Rum bei Zimmertemperatur (16-18 Grad) zu genießen. Eis kühlt nur unnötig das Getränk herab; nur schlechter Alkohol braucht die Extra-Eiswürfel.

Ein weiteres Tabu ist, den Rum auf Ex zu kippen. Rum braucht seine Zeit an der Luft um voll atmen zu können und es wäre zu schade, sich des guten Schlückchens zu entledigen, bevor es sich überhaupt entfaltet hat. Als Trinkglas empfiehlt sich ein Nosing- oder Degustationsglas oder ein Tumbler.

Was kostet Rum?

Rum ist in allen Preiskategorien und –klassen erhältlich. Der Einstiegspreis liegt bei gerade mal 5 Euro in diversen Discountern.

Wer allerdings ein bisschen mehr Wert legt auf Qualität, sollte mindestens 20-30 Euro ausgeben für eine Flasche guten Rum. Der Blanco (Weißer Rum) erzielt außerdem insgesamt einen niedrigeren Preis, was zurückzuführen ist auf seine Nicht-Lagerung/ Nicht-Reifung.

Wir haben in einer großen Preisstudie insgesamt 135 Produkte aus der Kategorie Rum untersucht, um dir einen Überblick zu verschaffen. Die Ergebnisse kannst du hier in unserem Graph betrachten. Finde in unserem Ratgeber heraus, ob eher ein Produkt der höheren oder niedrigeren Preisklasse für dich geeignet ist. (Quelle: Eigene Darstellung)

Braunen Rum kannst du zwar auch bereits für einen geringen Einstiegspreis bekommen, aber diese Flaschen sind eher zum Mischen für Cocktails geeignet. Bei Dark Rum spiegeln sich die Reifejahre in der Qualität wieder und damit im Preis und diesem ist nach oben keine Grenze gesetzt.

Vor allem die Qualität von Premium-Destillaten oder dem Single Cask Rum lässt den Preis in die Höhe schnellen. 2017 wurde für 100.000 Euro die teuerste Rumflasche der Welt, Clément Rum aus Martinique, Jahrgang 1966, verkauft. Von diesem Unikat gibt es nur 40 Flaschen.

Typ Preisspanne
Discounter-Rum (Eigenmarke) Ab ca. 5 €
Weißer Rum Ca. 10-65 €
Brauner Rum Ca. 10-100.000 €

Einen guten Rum, den du auch pur genießen kannst, bekommst du definitiv zwischen 20-50 Euro; die weltbesten Rums liegen aber deutlich über dem Preis von 50 Euro.

Wo kann ich Rum kaufen?

Rum ist in Deutschland in den meisten Kaufhäusern, im Fachhandel und in Supermärkten erhältlich, wobei letztere auch teilweise ihre eigenen günstigen Hausmarken vertreiben.

Unseren Recherchen nach werden die meisten Rum-Flaschen in Deutschland derzeit über die folgenden Shops verkauft:

  • Amazon.de
  • Aldi
  • Rewe
  • Lidl
  • Edeka
  • Real
  • Netto
  • Penny
  • Kaufland

Wer mehr Wert auf Qualität im Premiumbereich und eine größere internationale Auswahl legt, wird im Internet fündig und neben den bekannten großen Versandhäusern wie amazon lohnt es sich definitiv auch einen Blick auf die Seiten kleinerer Online Shops zu werfen, die sich auf den Vertrieb von Rum spezialisiert haben.

Dort kannst du heutzutage sogar Rum Tasting-Sets (Probier-Sets) erwerben, wo du verschiedene Rumspezialitäten verkosten kannst ohne dich gleich für eine Flasche Rum entscheiden zu müssen.

Nicht zuletzt kann der nächste Karibik-Urlaub dazu dienen, ein gutes Schlückchen Rum einzutüten! Hier allerdings aufgepasst beim Zoll bei der Rückkehr nach Deutschland, denn die Freigrenze für das Einführen von Alkohol beträgt gerade mal 1 Liter Spirituose bei über 22 Prozent Alkohol!

Wem das zu wenig und zu weit weg ist, der kann auch mal auf den Webseiten von deutschen Rum-Destillerien stöbern oder diese gar besuchen.

Mal abgesehen von den beiden in Flensburg noch existierenden Rumhäusern (Johannsen und Braasch) gibt es einige neu entstandene, aufstrebende deutsche Rum-Hersteller, darunter Severin Simon, Liebl, Don Ruffin, Revolte Rum, Senft und Alfred’s Trail.

Entscheidung: Welche Arten von Rum gibt es und welche ist die richtige für dich?

Wenn man eine Sache dem Rum lassen muss, dann ist das seine Vielseitigkeit.

Mikroklima, die Zuckerrohrart, die Verarbeitung und viele weitere Faktoren beeinflussen den typischen Geschmack von Rum.

Bedingt durch die Produktion in vielen verschiedenen Ländern, Faktoren der Umgebung wie das Mikroklima, Hunderter von Zuckerrohrarten und deren Verarbeitung, dem Holz des Fasses und der Luft, unterschiedlichen Lagerungsarten und verschiedenen Mischverhältnissen des Rums entstehen viele verschiedene Arten von Rum in unendlichen Geschmacksrichtungen.

Im Folgenden wollen wir etwas Licht ins Dunkel des Rum-Labyrinths bringen, wollen uns durch alle Tiefen, Nuancen, Aromen und Wohlgerüchen von Zuckerrohr-Destillaten, Kokosnüssen und Barbados-Rhythmen kämpfen, um am Ende unsere Geschmacksknospen tanzen zu lassen und rum und glücklich die Frage zu beantworten, ob wirklich alle Wege nach RUM führen.

Allgemein lässt sich Rum, oder auch Rhum im Französischen und Ron im Spanischen genannt, in zwei übergeordnete Kategorien unterteilen, dem Melasse Rum und dem Agricole Rum.

Diese Unterscheidung basiert auf der Herstellungsart von Rum. Der Melasse Rum, der auch industrieller Rum genannt wird, hat seinen Ursprung in der Zuckerrohrmelasse, einem Nebenprodukt, welches bei der Zuckergewinnung übrig bleibt, während der Agricole Rum aus frisch gepresstem Zuckerrohrsaft gewonnen wird.

Den Melasse Rum, der mehr als 90 Prozent der Weltproduktion ausmacht, kann man nun wiederum in verschiedene Kategorien einteilen:

Melasse Rum

  • Original Rum
  • Echter Rum
  • Overproof Rum
  • Rum Verschnitt
  • Kunstrum/ Inländer Rum
  • Blended Rum/ Solera Blended Rum
  • Flavoured Rum/ Spiced Rum

Agricole Rum

Im Folgenden stellen wir dir die verschiedenen Rum Arten vor und sagen dir, welche Vor- und Nachteile der eine oder andere Schluckspecht mit sich bringt.

Gemeinsam ist ihnen, dass sie dir helfen sollen herauszufinden, welcher Rum dir in Zukunft Gaumenfreuden bescheren könnte.

Was ist Original Rum und worin liegen seine Vorteile und Nachteile?

Original Rum wird so bezeichnet, weil er nach der Herstellung in seinem Ursprungsland ohne Lagerung nach Deutschland importiert wird und nicht mehr zur Weiterverarbeitung verwendet werden darf.

Vorteile
  • Hervorragende Basis für die Weiterverarbeitung zu Echtem Rum und Rum Verschnitt
  • Grundlage für Experimente
  • Unverfälschte Qualität
Nachteile
  • Kein Produkt für den Privatkunden
  • Kaum trinkbar (zu konzentriert und hochprozentig)
  • Kein gelagerter Rum

Es ist sowohl verboten, Aromastoffe hinzuzugeben als auch die Trinkstärke durch Zugabe von Wasser zu verändern. Er wird im Originalzustand hierzulande verkauft und vermarktet.

Der importierte Original Rum, im Englischen Pure Rum genannt, darf maximal 74 Prozent Alkohol enthalten (teils auch bis 80 Prozent).

Was ist Echter Rum und worin liegen seine Vorteile und Nachteile?

Echter Rum ist ein Original Rum, der auf Trinkstärke heruntergesetzt wird.

Echter Rum unterscheidet sich vom Original dadurch, dass dieser nach der Destillation modifiziert wird. Dabei wird dem Rum destilliertes Wasser hinzugefügt, welches diesen verdünnt. Dies kann entweder im Herkunftsland direkt geschehen oder aber beim Abfüller in Deutschland.

Vorteile
  • Gelagerter Rum
  • Hohe Qualität bei Lagerung im tropischen Herkunftsland
  • Rum in allen erdenklichen Varianten
Nachteile
  • Abhängig von Holzfass-Art und Fassungsvermögen
  • Abhängig von Standort der Lagerung
  • Deutschland wäre nicht gut geeignet für die Nachlagerung / Reifung

Außerdem lagert und reift Echter Rum vor Ort in Holzfässern. Denkbar wäre es auch, dass er ungelagert nach Deutschland kommt und die Reifung hier stattfindet, aber dies ist nicht sehr realistisch, da der Reifeprozess in den Tropen mindestens doppelt so schnell vonstattengeht als wie in unseren Breitengraden. Der Alkoholgehalt ist auf 37.5-54 Prozent heruntergesetzt.

Was ist Overproof Rum und worin liegen seine Vorteile und Nachteile?

Wie es der Name schon sagt (“proof“ = englisch für Beweis, “over“ = englisch für über) zeichnet sich dieser Rum durch eine erhöhte Trinkstärke aus.

Vorteile
  • Gut für das Mixen von Longdrinks, Cocktails und nachträgliches Verdünnen
  • Spielraum für Endkunden (ob und wie er verdünnt)
Nachteile
  • Wird nur selten pur getrunken (zu hochprozentig)
  • Ungelagert

Alles, was einen Alkoholgehalt über 57.15 Prozent hat, wird als Overproof Rum bezeichnet. Damit ist der Overproof Rum eine Brücke zwischen Original Rum und allen anderen Rum-Arten.

Was ist Rum Verschnitt und worin liegen seine Vorteile und Nachteile?

Beim Rum Verschnitt wird gerade mal ein Zwanzigstel des Original Rums verwendet, vorzugsweise aus Jamaika. 5 Prozent Original Rum wird vermischt mit Wasser und Neutralalkohol.

Diese Variante entstand in der Stadt Flensburg, wodurch auch die Bezeichnung „Flensburger Verschnitt“ geläufig ist. Die Alkoholstärke liegt hier bei mindestens 37.5 Prozent.

Interessanterweise wird der Rum Verschnitt bis heute nur in Flensburg produziert. Im 18. Jahrhundert gehörte Flensburg noch zum Königreich Dänemark, das auf den Jungferninseln auf den Rum gekommen war. Flensburg war das Zentrum schlechthin im weltweiten Rumhandel.

Vorteile
  • Eigens aus Jamaika angefertigter German flavoured rum
  • Gut zum Backen geeignet
Nachteile
  • Kein Gegenstück zu Echtem Rum
  • Hat den Ruf zweitklassig und nicht hochwertig zu sein

Da damals sehr hohe Zollgebühren auf importierten Rum verlangt wurden, machte die Not erfinderisch und die Idee wurde geboren einen geringen Teil des Original Rums (damals lag dieser bei gerade mal 3 Prozent) mit deutschem Agraralkohol und Wasser zu vermischen.

Auf Jamaika wird dafür „German flavoured rum“ hergestellt, der nur für die Produktion von deutschem Rum Verschnitt gedacht ist.

Was ist Kunst Rum/ Inländer Rum und worin liegen seine Vorteile und Nachteile?

Kunst Rum, auch Inländer Rum genannt, stammt aus Österreich und darf ausschließlich im Alpenland produziert werden.

Ursprünglich hatte der Kunst Rum mit wirklichem Rum nichts gemein, wurde er doch von einem Apotheker aus Ethylalkohol, Wasser und verschiedenen Aromastoffen und Farbstoffen kreiert, deren Geschmack an Rum erinnerte. Erst seit 1999 muss die Herstellung von Inländer Rum auf die Basis der Zuckerrohrverarbeitung zurückgehen.

Vorteile
  • Eignet sich hervorragend für Bowlen, Cocktails, Longdrinks, Heißgetränke
  • Beliebt in der Wiener Küche
Nachteile
  • Wird meist nicht pur getrunken
  • Verwendung von Aromen und Zusatzstoffen

Die Trinkstärke von Kunst Rum liegt bei 38-40 Prozent. Ausnahme hierbei bildet der sogenannte Strohrum der Marke Stroh, der bekannteste Vertreter von Inländer Rum.

Diesen gibt es in den Varianten 40, 60 und 80 Prozent. In Deutschland darf dieser nicht als Rum deklariert werden, da ihm Farbstoffe, Essenzen und Aromen zugefügt werden.

Was ist Blended Rum und worin liegen seine Vorteile und Nachteile?

Der Blended Rum wird aus verschiedenen Original Rum-Destillaten zusammengemischt. Das Blending kann einige wenige oder viele Destillate einbeziehen.

Eine spezielle Form des Blended Rum ist der Solera Blended Rum. Hier werden gleichzeitig junge und alte Destillate mehrmals miteinander vermischt.

Vorteile
  • Auf Kundenwünsche abgezielt
  • Großteil der erhältlichen Rum-Sorten ist ein Blend
  • Rum mit weniger geschmacklichen Schwankungen
Nachteile
  • Abhängig vom Master Blender und seiner Erfahrung
  • Problematisch, wenn eine der Ausgangs-Rum-Sorten nicht mehr verfügbar ist
  • Schwierig ein gleichbleibendes Ergebnis zu erzielen

Dieses Verfahren wurde von der Sherryherstellung in Spanien abgeschaut. In einer Pyramide aus mindestens 4 Fassreihen werden geringe Mengen entnommen und von unten nach oben weitergegeben, wobei ganz unten die ältesten Destillate und ganz oben die jüngsten Destillate verweilen.

Auch der Blended Rum enthält mindestens 37.5 Prozent Alkohol. Ausschlaggebend für ein Ergebnis gleichbleibender Qualität ist der Master Blender, der über einen extrem guten Geruchs- und Geschmackssinn verfügen muss.

Was ist Flavoured Rum / Spiced Rum und worin liegen seine Vorteile und Nachteile?

Flavoured Rum oder Spiced Rum wurde, wie der Name schon sagt, während der Produktion mit natürlichen (oder künstlichen) Aromastoffen versehen.

Die Aromatisierung kann entweder nach dem Destillieren erfolgen (Basis: weißer Rum ohne Lagerung) oder nach der Reifung im Holzfass (brauner Rum). Erstgenannter wird gern für Flavoured Rum genommen, während brauner Rum aus dem Holzfass oft die Grundlage für Spiced Rum bildet.

Vorteile
  • Kann sowohl pur getrunken als auch gemixt werden
  • Weich und leicht
Nachteile
  • Nicht nur natürliche, auch künstliche Aromastoffe werden verwendet
  • Einige Spirituosen können nicht als Rum bezeichnet werden, da weniger als 37.5 Prozent Mindestalkoholgehalt

Der Unterschied zwischen Flavoured Rum und Spiced Rum besteht darin, dass für Flavoured Rum eine Frucht dem Aromatisierungsprozess beigefügt wird (beliebt ist hier vor allem die Kokosnuss), während sich im Spiced Rum eher Zutaten wie Zucker, Vanille und Gewürze aller Art wiederfinden.

Flavoured Rum ist die sommerlich-exotische Variante, während Spiced Rum eher winterlich daherkommt.

Die Mindestalkoholstärke beträgt auch hier 37.5 Prozent. Bei geringerem Alkoholanteil wird der Flavoured Rum oder Spiced Rum als „Spirituose“ bzw. „Likör auf Rumbasis“ bezeichnet.

Was ist Agricole Rum und worin liegen seine Vorteile und Nachteile?

Der sogenannte Rhum Agricole wird, im Vergleich zu allen anderen Rum-Arten, die auf Zuckerrohrmelasse basieren, aus frischem Zuckerrohrsaft gebrannt und stammt ausschließlich aus dem französischen Übersee-Territorium.

Vorteile
  • Qualitativ hochwertig und authentisch
  • Wird nach französischen AOC-Vorschriften hergestellt
  • Strenge Qualitätskontrolle
Nachteile
  • Höhere Preise als Melasse Rum
  • Rum aus anderen Ländern, der aus Zuckerrohrsaft produziert wird, darf nicht Agricole Rum genannt werden
  • Kann nicht ganzjährig produziert werden

Nur auf Martinique, Guadeloupe und La Réunion ist Rhum Agricole offiziell für die Herstellung zugelassen. Er kann nur während der Erntezeit, sprich der karibischen Trockenzeit, hergestellt werden, denn spätestens 36 Stunden nach der Ernte muss das Zuckerrohr gepresst werden.

Der Alkoholgehalt beträgt nach Destillation mindestens 40 Prozent. Der Rhum Agricole macht höchstens 5-10 Prozent an der weltweiten Rum-Produktion aus.

Kaufkriterien: Anhand dieser Faktoren kannst du Rum vergleichen und bewerten

Die folgenden Kriterien geben dir einen genauen Überblick darüber, wie du die einzelnen Rum-Sorten vergleichen kannst.

  • Farbe
  • Herkunft
  • Art der Herstellung
  • Lagerung
  • Blend
  • Weitere Eigenschaften und Kriterien

Wir nehmen diese Kriterien in den folgenden Abschnitten ein bisschen genauer unter die Lupe, damit es dir leichter fällt zu entscheiden welcher Rum dein Herz höher schlagen lassen könnte.

Farbe

Die Farbe des Rums, die uns aus der Flasche entgegenstrahlt, ist das Erste, was wir vom Rum wahrnehmen und erzählt uns eine Geschichte über sein Alter und seine Lagerung.

Weißer Rum wird nach Ende der Destillation in Stahltanks verlegt, wo er für einen relativ kurzen Zeitraum (= mehrere Monate, normalerweise 3 Monate) verweilt.

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Wusstest du, dass die Farbe von der Lagerung und dem Alterungsprozess abhängt?

Der Lagerort und der Alterungsprozess des Rums bestimmt nämlich dessen Farbe: In Eichenfass gelagerter Rum weist in der Regel einen dunkleren, braunen Ton auf, während in Edelstahl gelagerte Rumsorten praktisch farblos sind.

Er kann sich so setzen und wird dank Sauerstoffkontakt reiner. Der Weiße Rum behält seine klare Farbe während der Lagerung im Edelstahltank bei.

Je länger Rum zwischenlagert, umso mehr verliert er an Alkoholgehalt.

Das soll nicht heißen, dass es nicht auch weißen Rum gibt, der monatelang oder jahrelang lagert, aber dieser wird nach der Lagerung einem umfassenden Filterprozess unterzogen.

Im Gegensatz zum White Rum wird der Braune Rum einem Reifeprozess unterworfen. Er lagert mehrere Jahre in Fässern aus Eichenholz, welche ausschlaggebend für den Farbton des Rums sind als wie auch für die unterschiedlichsten Aromen und Geschmacksrichtungen.

Oftmals sind diese Eichenfässer alte Holzfässer, in denen zuvor Bourbon-Whiskey gelagert wurde.

Marktstudie (12/19): Mithilfe von wissenschaftlichen Methoden haben wir eine Marktstudie durchgeführt, in der wir uns 78 Produkte der Kategorie Rum genauer angesehen haben. Wir wollen dir damit die Frage beantworten, wie die Produkteigenschaft Farbe quer über den Markt verteilt ist. Damit kannst du besser einschätzen welcher Produkttyp für dich geeignet ist. Du kannst die Ergebnisse unserer wissenschaftlichen Studie hier oben in dem Graph betrachten. (Quelle: Eigene Darstellung)

Der Gold Rum erhält eine bestimmte Reifephase, die kürzer ist als die des Braunen Rums ist. Er wird normalerweise in Ex Bourbon Whiskey-Fässern gelagert, besitzt mehr Aromen und ist stärker im Geschmack als der Blanco.

Auch wenn die Farbe des Rums eine Geschichte erzählt, solltest du dich trotzdem nie von ihr täuschen lassen. Es gibt Hersteller, die ihren Rum nachträglich mit Zuckercouleur färben.

Ein Grund dafür ist, eine einheitliche Farbe aller Rum-Flaschen zu erreichen; ein anderer Grund jedoch ist es, mit der dunkleren Farbe des Rums vorzugaukeln, dass dieser länger in Eichenfässern gereift ist. Manche Destillerien geben dem Rum vor der Lagerung außerdem Holzschnitzel bei, um eine schnellere Färbung der Spirituose zu erreichen.

Herkunft

Wenn du dir die Weltkarte ein wenig genauer ansieht, stellst du fest, dass die Herkunft der meisten Schlückchen Rum die Karibik ist.

Und so lassen sich die Rum verarbeitenden tropischen (Insel-)paradiese voneinander abgrenzen:

  • Jamaikanischer und Britischer Stil
  • Kubanischer und Spanischer Stil
  • Französischer Stil

Vertreter des jamaikanischen und britischen Stils kommen aus Jamaika, Barbados, Trinidad, Guyana und Bermuda. Ein Rum dieser Stilrichtung gilt als kräftig, sehr lebhaft, aussdrucksstark und vor allem die jamaikanischen Rums sind oft esterlastig (fruchthaltig).

Die britische Armee, die ihren Matrosen im 18. Jahrhundert reichlich Rum-Rationen verabreichte, hat zu dieser wuchtigen und vollmundigen Rum-Variante, wie wir sie heute kennen, ihren Teil beigetragen. Deswegen wird diese Rumvariante aus den ehemals britischen Kolonien auch als britischer Stil eingeordnet.

Es ist der intensivste, charakterstärkste, aber auch schwerste und gehaltvollste Vertreter aller Rum-Stile und schmeckt teils scharf und würzig.

Den qualitativ hochwertigen High-Ester Jamaika Rum können Connoisseure pur genießen, die billigeren Varianten sollten nur für das Mischen von Cocktails verwendet werden.

Guyana-Rum ist auch bekannt als Demerara-Rum (der in Guyana hergestellte Rohrohrzucker wird auch als Demerara-Zucker aufgrund einer Region bezeichnet), der einen schweren, intensiven und voluminösen Charakter hat.

Zur weltweit vertretenen kubanischen (und spanischen) Liga gehören Kuba, Puerto Rico, die Dominikanische Republik und Mittel- und Südamerika. Rum der spanischen und kubanischen Stilrichtung gilt als leicht im Geschmack, sehr süffig, sanft, ausgewogen und rund mit einer schönen Süße. Die Vertreter stehen für ein elegantes Bukett, milde Aromen und ein leichtes Mundgefühl.

Kuba gilt als Mutterland für den „Ron“ dieser Klasse. Dazu beigetragen haben auch die kubanischen Marken Bacardí und Havana Club, deren Erfinder in der Kolonialzeit von Spanien nach Kuba immigrierten.

Dieser Rum wird auch als „spanischer“ bezeichnet durch die ehemaligen Kolonien, die die Spanier bevölkerten und die das Spanisch im heutigen Lateinamerika verbreiteten.

Oftmals wird beim kubanischen Stil das Solera-Verfahren angewandt, wozu es zu längeren Reifungen kommt.

Meistens handelt es sich bei kubanischem Rum um kurz gelagerten weißen Rum (oder wenig gelagerten Gold Rum), der besonders gut in karibisch-sommerlichen Cocktails zur Geltung kommt.

Was nicht heißen soll, dass es in dieser Sparte keine guten komplexeren Dark Rums mit einer längeren Reifezeit gibt; diese kommen vor allem aus der Dominikanischen Republik!

Zu guter Letzt wäre da noch der Rum französischen Stils, der Rhum Agricole. Das Ergebnis dieser Rum-Variante ist leicht, aber komplex und weniger süß als Melasse Rum, dafür etwas herber.

Agricole Rum weist vielmals einen etwas höheren Alkoholwert als Melasse Rum auf und geschmacklich zeichnet ihn eine fruchtige Würze aus.

Die Einhaltung des strengen französischen Regelwerks wird von einer Kommission überwacht und es wird sichergestellt, dass alle Brennereien die gleichen Methoden anwenden. Deswegen wird der Agricole Rum als gleichbleibend hochwertig oder sogar höherwertig als industrieller Rum angesehen.

80 % des Rums weltweit wird in der Karibik hergestellt.

In der Karibik wird 80 Prozent des Rums weltweit hergestellt und auch der berühmteste Rum der Welt kommt aus der Karibik. Dies schließt jedoch nicht aus, dass es auch andere Regionen und Länder auf dieser Erde gibt, die die eine oder andere bedeutende Destillerie hervorgebracht haben.

Hierzu gehören vor allem die Philippinen mit dem Don Papa Rum, Indien mit dem Old Monk Rum (der am dritthäufigsten verkaufte Rum der Welt!), Mauritius mit dem Starr African Rum und Australien mit dem Bundaberg Rum und dem Holey Dollar Rum.

Art der Herstellung

Die Herstellungsart kann in zwei unterschiedliche Produktionsprozesse eingeteilt werden:

  • Pot Still-Methode
  • Column Still-Methode

Die diskontinuierliche „Pot Still“-Variante basiert auf einer Brennblase (meist ein Kupferbrennkessel). Die Maische wird dabei portionsweise in die Brennblase gegeben und diese muss nach jedem Brenndurchlauf geleert, gereinigt und neu befüllt werden.

Der Rum wird mehrfach destilliert. Dadurch ist diese Methode die aufwändigere, aber traditionellere. Das Resultat ist ein schwerer, charakterreicher Rum. Die Brennereien, die mit dem Pot Still-Verfahren arbeiten, produzieren meist in kleineren Margen und stellen Qualität über Quantität.

Die kontinuierliche „Column Still“-Destillation (auch „Coffey Still“, „Continuous Still“ oder „Patent Still“ genannt) ermöglicht es per Brennsäulensystem aus Stahl zu destillieren. Durch das Zweisäulen- oder Mehrsäulensystem kann die Maische kontinuierlich und ohne Unterbrechung hinzugeführt werden.

Es ist die modernere und rentablere Methode, vor allem für größere Mengen industriell produzierten Rums. Das Ergebnis ist ein leichteres und angenehmeres Destillat.

In einigen Fällen werden beide Methoden miteinander vermischt, um leichte und schwere Destillate miteinander zu blenden.

Die Demerara-Destillerie in Guyana ist die weltweit einzige, die noch mit historischen hölzernen Brennkesseln (Wooden Stills) arbeitet und die einzige, die 9 unterschiedliche Stills betreibt, dazu gehören ein Wooden Coffey Still (letzte funktionierende Anlage auf der Welt), zwei Wooden Pot Stills (über 250 Jahre alt) und zwei French Savalle Stills (18. Jh.).

Lagerung

Die Lagerung von Rum in Holzfässern ist das A und O, um eine gute Qualität zu sichern. Die Formel ist denkbar einfach, denn eine längere Reifephase des Rums bedeutet, ähnlich wie beim Whisky oder Cognac, eine bessere Qualität, da eine höhere Reinheit.

Und dies wiederum ist der Schlüssel für mehr Aromen und weniger Fuselöle, die unter anderem der Grund für den Kater am nächsten Morgen sind. Durch den intensiven Holzkontakt während der Lagerung können sich verschiedene Aromen und Geschmacksnuancen facettenreich entfalten und bei Kennern ist ein Rum mit einem hohen Reifegrad extrem begehrt.

Der Rum wird außerdem weicher und harmonischer. Die Farbpalette kann von einem dunklen Braun über bernsteinfarbene und rötlich kupferfarbene Nuancen bis hin zu mahagonifarbenen Tönen reichen.

Der destillierte Rum, der durchsichtig und klar ist, wird entweder kurzfristig (= mehrere Monate) in Stahlfässern oder Holzfässern gelagert oder verbringt mehrere Jahre im Holzfass zur Reifung.

Oftmals handelt es sich hierbei um alte Eichenfässer aus den USA, die vorher ausgebrannt wurden und in denen schon Bourbon Whiskey für mindestens 2 Jahre lagerte.

Denkbar sind hier auch Holzfässer aus Europa, in denen Cognac, Portwein oder Rotwein vor sich hin reiften. Dies ermöglicht ein Allerlei an Aromen und Geschmacksnuancen, die in den Rum übergehen.

Wenn das Endergebnis ein weißer Rum sein soll, wird er nur kurz (= maximal einige Monate) gelagert und wird nach der Lagerung filtriert, damit der leicht bräunlich gewordene Rum seine weiße Farbe zurückerhält.

Interessant ist hier noch der Fakt, dass die Reifung in der Karibik bis zu viermal so schnell vonstattengeht, als wie das bei uns im Nordwesten Europas der Fall wäre (5 karibische Reifungsjahre entsprechen also ungefähr 20 Jahren Reifung bei uns).

Blend

Die Mehrheit aller Rum-Arten auf dem Markt ist ein Blend. Der Blending Master verfolgt das Ziel durch das bewusste Vermischen verschiedener Rum-Destillate eine Spitzenqualität zu erreichen und Unterschiede in Farbe, Aroma und Geschmack, die aufgrund der Lagerung und des Herstellungsprozesses entstehen, auszugleichen.

Ziel ist es den Kundenwünschen zu entsprechen und ein erfolgsversprechendes Resultat aus prozentual verschieden anteiligen Destillaten herzustellen.

Dies können Rum-Sorten verschiedener Zuckerrohrqualitäten, Zusammenstellungen der Maische, Jahrgänge, Destillationsmethoden, Reifungsgrade, Alkoholgehalte und Destillerien sein.

Weitere Eigenschaften und Kriterien

In Folge wollen wir dir noch einige weitere Eigenschaften und Kriterien vorstellen, die du beim Kauf von Rum vergleichen kannst.

Alkoholgehalt

Jeder Rum, der in Deutschland als solcher verkauft wird, muss einen Mindest-Alkoholgehalt von 37.5 Prozent enthalten. Die meisten Rum-Flaschen, die es auf dem Markt gibt, haben eine Trinkstärke zwischen 38 Prozent und 45 Prozent.

Marktstudie (12/19): Mithilfe von wissenschaftlichen Methoden haben wir eine Marktstudie durchgeführt, in der wir uns 78 Produkte der Kategorie Rum genauer angesehen haben. Wir wollen dir damit die Frage beantworten, wie die Produkteigenschaft Alkoholgehalt quer über den Markt verteilt ist. Damit kannst du besser einschätzen welcher Produkttyp für dich geeignet ist. Du kannst die Ergebnisse unserer wissenschaftlichen Studie hier oben in dem Graph betrachten. (Quelle: Eigene Darstellung)

Rum-Flaschen, die weniger als 37.5 Prozent Alkohol, dürfen nicht als Rum deklariert werden in Deutschland, sondern heißen dann „Spirituose auf Rumbasis“, „Rum-Spirituose“, „Rum-Mischgetränk“ oder „Rum auf Likörbasis“.

Menge

Die meisten erhältlichen Rum-Sorten werden in Deutschland in 700 ml-Flaschen verkauft.

Einige kleinere Hersteller füllen ihre Destillate auch in 500 ml-Flaschen ab, die meist teurer sind.
Andere Hersteller mit größerem Namen verkaufen einige ihrer beliebten Produkte auch in 1 l- oder 1.5 l-Flaschen.

Qualitätsmerkmale

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Qualität von Rum in der Altersangabe, den international geläufigen Bezeichnungen für Premium-Destillate und den Prämierungen einer Marke erkennbar wird.

Wenn du auf einer Rumflasche oder beim Recherchieren über einen Rum, auf eine Jahresangabe in Form einer Zahl stößt (z.B. El Dorado 12), dann bezieht sich die Nummer auf die Altersangabe.

Die Mehrheit der Rum-Marken sind Blends, was im Konkreten bedeutet, dass die Nummer sich auf die Komponente im Rum mit dem jüngsten Alter bezieht.

Beim Solera Blended Rum ist das genau andersherum. Da wird das Alter des ältesten Destillats angegeben.

Trotzdem ist zu bemerken, dass einige Hersteller auf die Altersangabe verzichten, da es nicht wie beim Whisky ein Regelwerk oder eine Verpflichtung gibt, dass das Alter ausgewiesen werden muss.

Ein Premium Rum wird als solcher bezeichnet, wenn er mindestens 10 Jahre gelagert worden ist (alles, was unter 10 Jahre ist, ist ein Aged Rum oder Añejo, ein „gealterter“ Rum). Weiterhin gibt es Rum-Sorten, die mehr als 20 Jahre reifen. Diese besitzen aber Seltenheitswert oder existieren als Limited Edition.

Rum und CoOnline-Portal

Drei Aspekte geben allgemein einen Aufschluss über die Qualität des Rums: die Lagerung, die Art der Herstellung und das Herkunftsland.

Je nachdem, worauf man Wert legt und wonach man sucht, eignet sich der ein oder andere Rum besser. Wer sich ein Premium Produkt besonderer Qualität gönnen möchte, dem empfiehlt es sich auf Limited Editions zu greifen, unabhängig davon, um welche Art von Rum es sich handelt.

(Quelle: rumundco.de)

Premium-Destillate erkennst du an der Bezeichnung Extra Reserve, Reserva Exclusiva oder XO (= „extra old“), wobei es (im Vergleich zum Rhum Agricole) nicht geregelt ist wie lange die Destillate nun lagern müssen, um so bezeichnet zu werden.

Im französischsprachigen Bereich der Karibik, wo der Rhum Agricole hergestellt wird und genau in den AOC-Vorschriften geregelt ist, wie lange dieser zu lagern hat, werden dem Endprodukt die folgenden Bezeichnungen des Reifegrades zugeordnet:

  • Rhum VO: „very old“, mindestens 3 Jahre Fasslagerung
  • Rhum VSOP: „very special old & pale“, mindestens 4 Jahre Fasslagerung
  • Rhum XO: „extra old“, mindestens 6 Jahre Eichenfasslagerung
  • Rhum Cuvée: Blend aus mehreren Destillaten
  • Hors d’Age: mindestens 10 Jahre Fasslagerung

Ins Premium-Segment gehört auch der „Single Cask Rum“. Ein Single Cask Rum ist eine Einzelfassabfüllung und damit eine Limited Edition. Jeder Single Cask Rum ist ein Unikat, er steht für außerordentlich gute Qualität und hat Sammelwert.

Weitere Qualitätsmerkmale sind Auszeichnungen und Prämierungen, die eine Rum-Marke erhalten hat. Dies kann auf nationalen und internationalen Rum-Festivals geschehen oder bei offiziellen Verkostungen bzw. Tastings. Bekannt sind, unter anderem, die folgenden Festivals:

Festival-Name Land
Miami Rum Renaissance Festival and Trade Expo (Rum XP) USA
San Francisco World Spirits Competition USA
International Rum Conference Madrid Spanien
World Rum Awards England
International Spirits Challenge (ISC) England
International Wine and Spirit Competition (IWSC) England
German Rum Festival Deutschland
World Spirits Awards Weltweit

Hoch angesehen sind auch Bewertungen des US-amerikanischen Beverage Testing Institute (BTI), das Testberichte über Weine, Biere und Spirituosen veröffentlicht und auch von renommierten Fachzeitschriften rezitiert wird.

Verwendung

Wie der Spruch „Die Geschmäcker der Gestecker sind verschieden“ schon sagt, lässt sich bekanntlich über Geschmack streiten.

Und soweit die Bandbreite der verschiedenen Geschmacksvorlieben auch reicht, so weit gehen auch die Meinungen auseinander ob man einen Rum pur, auf Eis oder gemischt oder einen Cuba Libre mit weißem oder braunem Rum trinken sollte und ob nur Brauner Rum oder Weißer Rum gemischt mit braunem Rum in den Mai Tai soll.

Ein Spruch trifft auch dennoch hier zu: „Alle Wege führen nach RUM!“ Denn jedes Geschmackserlebnis ist nun mal sehr individuell und jeder Mensch hat seine eigenen Präferenzen und Liebschaften!

Allgemein kann man jedoch sagen, dass je länger ein brauner Rum gereift ist, er sich umso besser für einen puren Hochgenuss eignet.

Dem Preis sind ja bekanntlich keine Grenzen nach oben gesetzt, aber alles, was unter 20 Euro kostet, solltest du eher fürs Mixen verwenden; alles ab 20 Euro aufwärts wäre zu schade zum Mixen und gehört in die Liga der „Puren“.

Die aromatisierten Spiced Rums oder Flavoured Rums eignen sich durch ihren fruchtigen oder würzigen Beigeschmack auch für den puren Gaumenkitzel.

Die Mehrheit der weißen Rums eignet sich am besten zum Vermischen. Wobei Vermischen nicht gleich Vermischen ist. Ein weißer milder Rum kommt in einem Cocktail mit Kräuternote gut zur Geltung, geht jedoch in einem fruchtigen Mixgetränk unter.

Ein starker dunkler Rum mit würzigem dominantem Geschmack ist hingegen bestens geeignet für Fruchtcocktails oder zum Verschmelzen mit anderem Hochprozentigem, da er mit den vielen Früchten und kräftigen Zutaten gut mithalten kann.

In einem Mojito zum Beispiel würde er die Minzen und Limetten nur übertönen und wäre fehl am Platz.

Trivia: Wissenswerte Fakten rund um das Thema Rum

Abschließend wollen wir dir noch ein paar wissenswerte Fakten rund um das Thema Rum mit auf den Weg geben.

Wir verraten dir in diesem Abschnitt, wer den Rum erfunden hat, wie er hergestellt wird, wo du eine Rumverkostung machen kannst und was du sonst noch mit Rum machen kannst.

Wer hat den Rum erfunden?

Wer hätte gedacht, dass Rum vielleicht nie erfunden worden wäre ohne Christopher Kolumbus? Christopher Kolumbus‘ Entdeckung von der Neuen Welt ist es jedenfalls zu verdanken, dass das Zuckerrohr von Asien, welches als Ursprungsort für das Zuckerrohr gilt, auf die Karibikinseln gelangte.

Rum entstand als Sklavengetränk um das Jahr 1650 in der Karibik. Das Heißgetränk Grog, das aus Rum, Zucker und Wasser besteht, war im 17. Jahrhundert bei Seefahrern sehr beliebt und wurde als tägliche Schiffsration an die Mannschaft verteilt. (Bildquelle: pixabay.com / SocialButterflyMMG)

Sklaven aus Afrika arbeiteten fortan auf den Zuckerrohrplantagen der Karibik und entdeckten, dass bei der Melasse, mit Wasser vermengt, eine Gärung einsetzte und das Resultat eine Art Zuckerwein war, der Vorgänger vom Rum!

Die Zuckerbarone entwickelten dann aus diesem „Sklavendrink“ durch Destillieren einen Brand, welcher von nun an unter anderem „Kill-Devil“ oder auch „Rumboullion“ genannt wurde.

foco

Wusstest du, dass Rum damals als Zahlungsmittel genutzt wurde?

Seeleute des 18. Jahrhunderts wurden oft in Rum bezahlt. Um die Echtheit des Rums zu testen, mischten sie es angeblich mit Schießpulver, wobei eine Entzündung des Rums auf ihre Echtheit wies.

Die Meinungen über den Ursprung dieses Namens gehen weit auseinander, aber es wird vermutet, dass er Aufruhr und Krawall bedeutete und in Zusammenhang mit den (betrunkenen) einheimischen Arbeitern und daraus resultierenden Tumulten entstand. Ob dies der Wahrheit gerecht ist oder nicht, der Name Rum war geboren.

Wie wird Rum hergestellt?

Die Anfänge eines jeden Schlückchen Rums lassen sich auf das Zuckerrohr zurückführen. Im Zuge der Produktion von kristallisiertem Zucker wird der Zuckerrohrsaft eingekocht und es bleibt eine dunkle, sirupartige Masse übrig, die Melasse genannt wird. Dieses „Abfallprodukt“ dient als Ausgangsbasis für die Fermentation und Destillation.

Bei der Produktion von Rhum Agricole wird statt der Melasse der frisch gepresste Zuckerrohrsaft verwendet. Die Mischung aus Melasse oder Zuckerrohrsaft und Wasser nennt man Maische.

Der Gärungsprozess wird nun mit Hilfe von Hefe eingeleitet, die den Zucker in Alkohol umwandelt. Die Fermentation kann zwischen 12 Stunden und 7 Tagen dauern.

Die Maische, die zu dem Zeitpunkt zwischen 5 und 10 Prozent Alkohol enthält, wird meistens zweimal durch den Destillationsvorgang gejagt, damit man einen reineren Rum mit einem höheren Alkoholgehalt erhält.

Nach der Destillierung erfolgt die Lagerung und damit Reifung des Rums. Diese kann einen Zeitraum von wenigen Monaten oder Jahren und Jahrzehnten umfassen. Insgesamt spielt der Fasstyp eine große Rolle bei der Qualität der Lagerung.

Je nachdem, ob in dem Eichenfass vorher Bourbon Whiskey, Sherry, Portwein oder Wein gelagert war, spiegeln sich verschiedene Nuancen und Aromen im Geschmack des Rums wieder.

Wo kannst du eine Rumverkostung machen?

Wer nicht erst bis zum nächsten Urlaub in der Karibik warten möchte, um ein traditionelles Rum Estate zu besuchen, hat durchaus die Möglichkeit eine Rumverkostung auf deutsche Art durchzuführen.

Hierzu bieten sich einige Fachhandel-Geschäfte an, die neuerdings neben Weinverkostungen und Whisky Tastings auch auf den Rum gekommen sind.

Weiterhin kannst du im Internet deutschlandweit „Rum Erlebnis Tastings“ buchen, die in der Regel 2-4 1/2 Stunden dauern und eine Preisspanne von 60-110 Euro aufweisen. Und dann wären noch die deutschen Rumhäuser höchstpersönlich.

In der ehemaligen Rum-Hauptstadt Deutschlands und einer der bedeutendsten Handelsstädte im 18. Jahrhundert, Flensburg, sind von den damaligen rund 200 Rumhäusern gerade mal noch zwei übrig geblieben:

Das Rumhaus Johannsen und das Rumhaus Braasch mit eigenem Rum Museum. Beide bieten Rundführungen mit anschließender Rum-Degustation an, die 1-1 ½ Stunden dauern und 5-6 Euro kosten.

Auch die anderen aufstrebenden Rum-Destillerien in Deutschland, die eigenen Rum aus Zuckerrohrmelasse-Importen und damit keinen Flensburger Verschnitt herstellen, ziehen langsam nach.

So gibt es zum Beispiel jeden ersten Samstag im Monat Brennereiführungen mit Verkostung in der Destillatmanufaktur Severin Simon in Unterfranken (18 Euro, 1 ½ Stunden).

Was kannst du sonst noch mit Rum anstellen?

Rum ist ein äußerst beliebtes Produkt in der Küche und punktet vor allem bei Nachspeisen. Wem läuft nicht das Wasser im Munde zusammen, wenn es um Schokoladenkuchen, Bratapfel, Herrencreme oder Rumkugeln geht?

Wer außerdem Rosinen mag, der bekommt Höchstgefühle, wenn er an sich uppig saugende Rosinen im Rumbad denkt, die nach Wiederauferstehung Backwaren wie Apfelstrudel, Kaiserschmarrn, Guglhupf, Kuchen, Schokolade oder Eis verhimmlischen.

Und dann sind da noch all die deliziösen Heißgetränke für die kalten Tage, wie Rumtopf, Jagertee, Eierpunsch, Feuerzangenbowle und Grog.

Für den Rumtopf wird ein Steingutgefäß verwendet, für welchen schon im Sommer saisonreife Früchte gesammelt werden. Diese werden gezuckert und in mindestens 54-prozentigen Rum eingelegt (von Mai bis Oktober).

Wichtig ist es dabei, dass die Früchte immer gut mit Rum bedeckt sind. Im Winter trägt dann, im wahrsten Sinne des Wortes, die Arbeit Früchte und du kannst dir die beschwipsten Früchte als Kompott einverleiben.

Die Österreicher schwören auf ihren Jagertee, ein berühmtes alkoholisches Heißgetränk aus Schwarztee und Inländer Rum, der nur in Österreich so genannt werden darf (in Deutschland ist nur das Wort „Hüttentee“ erlaubt).

Assoziationen werden auch geweckt bei Eierpunsch, der erst mit einem Schuss Rum dem Connoisseur mundet und bei der Feuerzangenbowle, bei der ein mindestens 54-prozentiger brauner Rum auf einen Zuckerhut geträufelt und angebrannt wird und in die Feuerzangenbowle auf Rotweinbasis träufelt.

Und vergessen dürfen wir natürlich auch nicht den Grog, ein Heißgetränk für kalte Wintertage, der aus Rum, Zucker und heißem Wasser besteht.

Laut einem plattdeutschen Spruch bleibt da nur noch so viel zu sagen: „Rum möt, Zucker kann, Water bruuk nich.” (übersetzt ins Hochdeutsche: „Rum muss sein, Zucker darf, Wasser kann (auch alles verderben)“.

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links

[1] http://www.paradisi.de/Health_und_Ernaehrung/Getraenke/Rum/Artikel/11186.php

[2] https://allesrum.de/alles-ueber-rum/

[3] https://www.stern.de/genuss/trinken/stammtisch/rum-ist-in—diese-neun-sorten-sollten-sie-probieren-7292164.html

[4] https://www.myspirits.eu/spirituosen-news/praxistipps-wie-trinkt-man-guten-rum-richtig

Bildquelle: pixabay.com / felix_w

Warum kannst du mir vertrauen?

René lebt an der Mosel und arbeitet dort als Kellermeister. Zudem hilft er gerne bei der Weinernte aus. Durch seine berufliche Erfahrung kann er nicht nur die Geschmäcker von verschiedensten Personen gut einschätzen, sondern hat auch Ahnung von Rebsorten.